Hamburg - Welcher Film wird zum Kassenschlager, welcher Streifen zum Publikumsflop? Mathematiker der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest wollen eine verlässliche Methode entdeckt haben, um den Erfolg von Kinofilmen vorherzusagen. Dieser soll nämlich mit der Zahl der Leser und Autoren der betreffenden Wikipedia-Artikel zu den Filmen korrelieren. Je mehr Menschen an einem solchen Eintrag im Online-Lexikon mitschreiben oder ihn lesen, desto mehr Leute schauen sich den Film dann auch tatsächlich an, so die Erkenntnis.
Für ihre Studie haben die Forscher Taha Yasseri, Márton Mestyán und János Kertész insgesamt 312 Filme ausgewertet, die im Jahr 2010 in den USA in die Kinos kamen und zu denen es einen eigenen Wikipedia-Artikel gab. In etwa 77 Prozent der Fälle habe man mit dieser Methode den Kassenerfolg richtig prognostizieren können. Bei den besonders erfolgreichen Filmen des Jahres 2010, etwa "Toy Story 3", "Alice im Wunderland" und "Inception", habe dieses Verfahren sogar mit 90-prozentiger Genauigkeit den Erfolg vorhergesagt.
Eigentlich wollten die Autoren mit ihrer Studie zeigen, wie Soziologen Daten aus den sozialen Medien wie Wikipedia, Facebook oder Twitter für ihre Forschungen auswerten können. Ihre Methode sei jedoch auch für Filmstudios sehr interessant: Die Wikipedia-Artikel würden nämlich oft Monate vor dem Kinostart erstellt. Dadurch könnten die Studios frühzeitig ablesen, ob der Streifen ein Hit oder ein Flop wird.
Schon zuvor hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass Bewertungen auf Facebook und Twitter über Erfolg und Misserfolg von Filmen mitentscheiden können.
syd
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