Studie zu Vielfalt in Hollywood Eine Welt voll weißer Männer

Angelina Jolie bleibt die Ausnahme: In den erfolgreichsten Hollywood-Filmen der letzten Jahre waren weniger als ein Drittel der Sprechrollen mit Frauen besetzt - das geht aus einer neuen Studie vor. Auch Schwarze und Homosexuelle kamen kaum vor.

Filmemacherin und Schauspielerin Jolie: Eine von wenigen Frauen in Hollywood
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Filmemacherin und Schauspielerin Jolie: Eine von wenigen Frauen in Hollywood


Mit der Realität haben Geschichten aus Hollywood oft wenig zu tun - aber so wenig? Laut einer wissenschaftlichen Studie der University of Southern California sind die Filmwelten in Hollywood-Produktionen vor allem bevölkert von weißen Männern. Sie sind umgeben von einigen jungen Frauen, die nur selten sprechen. Auf Homosexuelle oder Schwarze treffen sie nur selten.

Für die Studie werteten Wissenschaftler zwischen 2007 und 2014 für jedes Jahr die hundert finanziell erfolgreichsten Filme und deren Besetzung aus - große Studioproduktionen, aber auch einige wenige Independent-Filme. Ihre Ergebnisse: 2014 waren nur 21 der 100 erfolgreichsten Filme mit einer weiblichen Hauptrolle besetzt, wobei sich seit 2007 kaum etwas an dem ungleichen Geschlechterverhältnis geändert hat: Damals waren es 20 von 100. Insgesamt waren nur rund 30 Prozent der Sprechrollen in den 700 ausgewerteten Filmen mit weiblichen Charakteren besetzt.

Bei der Arbeit hinter der Kamera setzte sich die Stagnation in Sachen Gleichberechtigung fort: Von den 100 erfolgreichsten Filmen im Jahr 2014 entstanden zwei unter der Regie von Frauen; 2007 waren es drei. Zudem kamen 2014 keine Frauen über 45 Jahren in Haupt- oder wichtigeren Nebenrollen vor.

Transgender? Nur im TV

Neben der Unterrepräsentation von Frauen wies die Studie auch nach, dass in den Filmen kaum auf kulturelle Diversität geachtet wurde: So waren zum Beispiel 2014 rund 73 Prozent aller Charaktere mit einem Namen und einer Sprechrolle weiß. 12,5 Prozent waren schwarz, 5,3 Prozent asiatisch und fünf Prozent hispanisch.

Auch Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender kamen in den Filmen selten vor. Während in erfolgreichen TV-Serien wie "Orange Is the New Black" oder "Transparent" sexuelle Vielfalt durchaus eine Rolle spielt, findet sie in Hollywood kaum statt: Kein einziger Transgender trug im Jahr 2014 eine tragende Rolle in den hundert erfolgreichsten Filmen. Und nur 19 der 4610 Charaktere mit Sprechrollen waren lesbisch, schwul oder bisexuell.

In den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von Studien zu dem Thema Gleichberechtigung in Hollywood durchgeführt. Zuletzt hatte sich im Mai die "American Civil Liberties Union" zu Wort gemeldet: Die Organisation, die sich für Gleichberechtigung und Bürgerrechte einsetzt, hatte von den großen Studios, Sendern und Agenturen gefordert, ihre Einstellungspolitik gegenüber Regisseurinnen zu ändern.

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insgesamt 18 Beiträge
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Augustusrex 06.08.2015
1. Ganz klar
Das hat sich bewährt. Es gibt für die Studios keinen echten Grund das zu ändern. Könnte ja ein finanzielles Risiko sein.
knut.boetticher 06.08.2015
2. Gleichberechtigung
Wenn political correktness dann bitte nach dem Bevölkerungsproportz. Nicht wer am lautesten schreit bestimmt die Demokratie, sondern wer das meiste Geld hat...
harvey_specter 06.08.2015
3.
Ist und bleibt so, weil es sich bewährt. Dann mach ich mich mal an die nächste Folge Suits mit Harvey Specter und Mike Ross.
stasilaus 06.08.2015
4. Sujet für Frauenpornos.
"Auch Schwarze und Homosexuelle kamen kaum vor." Dabei sind Schwarze für ihr emsiges Sexualverhalten berüchtigt und Homosexuelle für die Verwicklungen ihrer Liebesgeschichten. Diese Art der Filme werden doch fast ausschliesslich für das überwiegend weibliche Publikum der Traumfabriken gemacht.
traurigeWahrheit 06.08.2015
5. Was haben eigentlich alle
gegen weisse Männer? Noch schlimmer sind ja "alte, weisse Männer". In der Kriminalitätsstatistik ist ausgerechnet diese Personengruppe deutlich unterrepräsentiert. Also wo ist das Problem? Zu erfolgreich? Oder zuviel Geld?
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