Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schauspiel-Star: Susanne Lothar ist tot

Sie war eine der profiliertesten Schauspielerinnen Deutschlands: Susanne Lothar. Nun ist sie 51-jährig gestorben. Das teilte ihr Anwalt in Berlin mit. Zuletzt brillierte sie in dem preisgekrönten Kinofilm "Das weiße Band", als ihr größter Triumph auf der Bühne gilt die Darstellung der "Lulu".

Trauer um Susanne Lothar: Brillant und facettenreich Fotos
DPA

Berlin - Sie galt als Ausnahmetalent, als perfekte Darstellerin sehr emotionaler Figuren, die sie mit wohldosierter Wucht darstellte, sie war eine der meistbeschäftigten Schauspielerinnen an deutschen Bühnen und im Fernsehen: Susanne Lothar. Jetzt ist sie im Alter von nur 51 Jahren gestorben. Das teilte der Anwalt ihrer Familie am Mittwoch in Berlin mit - dort hatte Lothar zuletzt gelebt. Zu den Umständen ihres Todes wurde zunächst nichts bekannt.

Lothar stammte aus einer Schauspielerfamilie, sowohl ihr Vater Hanns Lothar als auch ihre Mutter Ingrid Andree standen vor der Kamera und auf der Bühne. Ihre Tochter Susanne besuchte das Gymnasium in Hamburg und begann dann sogar noch vor dem Abitur an der Hamburger Hochschule für Theater und Musik zu studieren - obwohl sie als Schülerin zunächst keine Ambitionen gezeigt hatte, ihren Eltern nachzueifern.

Erst als sie im Alter von 17 Jahren ihre Mutter in dem Ehedrama "Nora" des Norwegers Henrik Ibsen gesehen hatte, soll Susanne Lothars Leidenschaft für die Bühne erwacht sein. Schon nach wenigen Semestern hatte sie dann ihre ersten Auftritte am Hamburger Thalia-Theater, wo auch schon ihre Mutter als Schauspielerin gearbeitet hatte.

In Hamburg begann 1987 auch ihre viel gerühmte Zusammenarbeit mit Regisseur und Intendant Peter Zadek, der sie bald als eine der "aufregendsten Entdeckungen der letzten Jahre" lobte. Ihr Auftritt als mädchenhaft-abgründige "Lulu" (1989) in Zadeks Inszenierung von Frank Wedekinds gleichnamigem Bühnenstück wurde von der Kritik hoch gelobt.

Auch in deutschen Fernseh- und Kinofilmen galt sie als Spezialistin für facettenreiche Charaktere. Schon für ihr Filmdebüt in Tankred Dorsts "Eisenhans" (1983) hatte Lothar den Bundesfilmpreis erhalten.

Die "FAZ" bezeichnete sie als "Extremschauspielerin mit den sanften Mitteln". So trat sie beispielsweise in Michael Hanekes Psycho-Thriller "Funny Games" (1997) als gepeinigte Mutter einer Familie auf, die von zwei wahnsinnigen Mördern heimgesucht wird. Auch in Hanekes mehrfach ausgezeichnetem Drama "Das weiße Band" hatte Lothar mitgewirkt. Noch in diesem Jahr war sie im "Polizeiruf 110" dabei, als reiche Erbin eines Gurkenimperiums. Zuvor hatte sie sich bereits in mehreren "Tatort"-Filmen mit dem Genre des TV-Krimis vertraut gemacht.

Seit 1997 war Lothar mit dem Schauspieler Ulrich Mühe verheiratet, aus der Ehe stammen zwei Kinder. Mühe war im Jahr 2007 mit 54 Jahren an Krebs gestorben.

usp/dapd/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: