Tarif-Einigung Hollywood-Regisseure bekommen mehr Geld

Durchbruch in Hollywood: Die US-Regisseure haben sich mit den Produzenten auf einen Tarifvertrag geeinigt, der Gehaltserhöhungen und Beteiligung an Tantiemen zusichert. Der Beschluss könnte auch Bewegung in den seit Monaten andauernden Streit mit den Drehbuchautoren bringen.


Los Angeles - Das Vertragswerk gilt als wegweisend: Die Regisseure und Produktionsstudios in den USA haben sich auf einen Tarifvertrag geeinigt, der als Weichenstellung für ein Ende des Streiks der Drehbuchautoren dienen könnte. Die nach sechs Verhandlungstagen zustande gekommene Vereinbarung sei "bahnbrechend und bedeutend", sagte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft der US-Regisseure (DGA), Gil Cates, gestern. Die Gewinne für die Regisseure und ihre Teams seien erheblich. Die Vereinigung der Film- und Fernsehproduzenten (AMPTP) begrüßte die Einigung und erklärte, diese könne als Richtlinie für eine Lösung im Streit mit Drehbuchautoren dienen.

Der Vertrag zwischen Regisseuren und Produzenten, der im Sommer den geltenden Tarifvertrag ablösen soll, sieht laut DGA eine Gehaltserhöhung vor sowie die Zahlung von Tantiemen bei der Verwendung von Filminhalten im Internet. Der Vorstand der Gewerkschaft soll am 26. Januar über den Vertrag abstimmen.

Nach Angaben der "Los Angeles Times" konnten die Regisseure bessere Bedingungen aushandeln, als die Studios den Drehbuchautoren ursprünglich angeboten hatten. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

An der Frage der Honorierung für Internet- und DVD-Verwertung waren die Gespräche zwischen Drehbuchschreibern und Studios gescheitert. Rund 3000 Autoren der in der Gewerkschaft WGA organisierten Schreiber sind deshalb seit 5. November im Streik, die Verleihung der Golden Globes musste bereits abgesagt werden. Die Autoren geraten jetzt unter Druck, weil sie entscheiden müssen, ob sie ähnliche Bedingungen wie die Filmemacher akzeptieren wollen.

Der Streik hat die Film- und Fernsehbranche in den USA bereits hart getroffen. Mehrere Fernsehserien mussten eingestellt und Filmprojekte auf Eis gelegt werden, zahlreiche Arbeitsplätze sind in Gefahr. Die Glamour-Branche bangt vor allem um ihr größtes Glitzer-Event am 24. Februar: die Oscar-Verleihung.

ffr/ddp/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.