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Kinoheld Batman: Wer ist der dunkle Ritter?

Vom maskierten Detektiv zur Symbolfigur der Postmoderne: Batman, 1939 von Bob Kane erdacht, ist eine der bekanntesten und populärsten Comic-Figuren aus dem amerikanischen Superhelden-Universum.

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Comic-Figur Batman (in "The Dark Knight", 2008): Moralisch ambivalenter Rächer

Die Heftserie "Batman" erscheint seit mehr als 70 Jahren in zahlreichen Serien und Einzelgeschichten beim US-Verlag DC Comics. Als Fledermaus maskiert, geht der durch ein Gewaltverbrechen früh verwaiste Milliardärssohn Bruce Wayne nachts auf Gangsterjagd in Gotham City, einer prototypischen, dekadent-verkommenen US-Metropole voller Korruption, Gier und Gewalt.

Die dreiteilige Batman-Filmserie des britischen Regisseurs Christopher Nolan basiert auf den Comic-Geschichten von Frank Miller, der den bis dahin moralisch integren Rächer Ende der Achtziger mit seinem Buch "Die Rückkehr des dunklen Ritters" neu erfand - als gebrochene, zerquälte Figur, die ständig zwischen kriminell und kriminal schwankt.

Auch Nolans Filme, "Batman Begins" (2005), "The Dark Knight" (2008) und nun "The Dark Knight Rises", der am Freitagabend in den USA in die Kinos kam (deutscher Start am 26. Juli), zeigen einen düsteren, ambivalenten Batman, der in einer immer unsicherer werdenden Welt voller Angst und moralischer Verdorbenheit verzweifelt um das Gute kämpft, aber gleichzeitig das ultimative Verbrechen, das an ihm als Kind verübt wurde, rächen will.

Vielfach werden Nolans spektakulär in Szene gesetzten Actionfilme als gesellschaftskritischer Kommentar auf den Zeitgeist nach dem 11. September 2001 gedeutet: Terrorismus, wirtschaftliche Unsicherheit, die tiefer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, die Uneindeutigkeit von Gut und Böse, all das sind Themen, die sich in der Figur des "dunklen Ritters" Batman und seinen schillernden, zumeist wahnsinnigen Gegnern wie dem Joker spiegeln, aber auch in dem strauchelnden Staatsanwalt Harvey Dent, der in "The Dark Knight" vom aufrechten Gesetzeshüter zum irren Selbstjustiziar Two Face wird.

In "The Dark Knight Rises" ruft der Superschurke Bane zum Umsturz der herrschenden Gesellschaftsordnung auf. Die Bürger Gotham Citys sollen den bewaffneten Kampf gegen die pervertierte Macht der Banken und korrupten Politiker aufnehmen, wie in einer modernen Version des Sturms auf die Bastille. Das inszeniert Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan bildgewaltig als fiktive Eskalation der Occupy-Proteste an der New Yorker Wall Street.

Einen Nerv beim Publikum trifft der Filmemacher mit seinen dystopischen Blockbustern allemal: "The Dark Knight" zählt mit über einer Milliarde Dollar Umsatz zu den 20 erfolgreichsten Kinofilmen der Welt. Auch für "The Dark Knight Rises" war ein neues Rekordergebnis an der Kinokasse erwartet worden.

bor

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