Der "Präzisionsartist": Schauspieler Peter Fitz ist tot

Er war ein Mann für düstere Rollen: Peter Fitz spielte den Mephisto in Goethes "Faust" und den Gestapo-Führer Müller in "Auf Wiedersehen, Kinder" von Louis Malle. Am Donnerstag verstarb der Schauspieler im Alter von 81 Jahren.

Film- und Theaterstar: Schauspieler Peter Fitz Fotos
DPA

Berlin/Hamburg - Einer der großen deutschen Theaterstars ist tot. Peter Fitz, bekannt aus Inszenierungen wie dem "Wallenstein"-Marathon am Berliner Ensemble, verstarb am Donnerstag in seiner Wohnung in Berlin-Charlottenburg. Das teilte seine Familie mit.

Der "Präzisionsartist", wie Fitz genannt wurde, hatte fast 60 Jahre lang auf der Bühne gestanden. 1931 in Kaiserslautern geboren, begann er seine Theater-Laufbahn am Hamburger Schauspielhaus. Nach Stationen in Mainz, Osnabrück und Frankfurt am Main holte ihn der renommierte Regisseur Peter Stein 1970 an die Berliner Schaubühne, wo er 17 Jahre lang als Ensemble-Mitglied arbeitete.

Der Umzug nach Berlin brachte Fitz' Karriere weiter voran. Zweimal kürte ihn die Zeitschrift "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres. Und auch andere Regisseure wurden auf den Mimen mit dem markanten Gesicht aufmerksam. Claus Peymann besetzte ihn am Wiener Burgtheater als Stauffacher in Schillers "Wilhelm Tell" oder als Spielverderber in der Uraufführung von Peter Handkes "Spiel vom Fragen oder Die Zeitreise zu einem sonoren Land".

"Stiller König mit großer Stimme"

Das Theater war zwar seine Leidenschaft, doch das Kino machte ihn berühmt. Fitz verkörperte in Louis Malles preisgekröntem Holocaust-Drama "Auf Wiedersehen, Kinder" den Gestapo-Führer Müller. 1996 erhielt er beim Brüsseler Filmfestival den Preis als bester europäischer Schauspieler für die Hauptrolle in Hans-Christoph Blumenbergs Episodenfilm "Beim nächsten Kuss knall ich ihn nieder."

Und auch im Fernsehen trat der Wahlberliner immer wieder auf, etwa im "Tatort" in der ARD. Eine andere Krimiserie im Ersten bescherte Fitz im hohen Alter nochmals ein Karrierehoch. In den ARD-Verfilmungen von Donna Leons Venedig-Krimis spielte er den adligen Schwiegervater von Commissario Brunetti.

"Er war ein stiller König mit großer Stimme", sagte Intendant Claus Peymann der dpa über seinen Weggefährten. Fitz hatte in Peymans "Nathan der Weise" seine letzte Schlüsselrolle übernommen.

sbr/dpa/dapd

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1. Und nicht zu vergessen:
Schwarzberg 11.01.2013
Fitz war der deutsche Synchronsprecher des Schauspielers Michel Serrault. Seine stimmliche Interpretation des Franzosen dürfte ähnlich kongenial gewesen sein wie die Brückners von Robert de Niro.
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