Arne Elsholtz Tom Hanks' deutscher Synchronsprecher ist tot

Tom Hanks, Bill Murray, Kevin Kline: Sie alle wurden in der deutschen Fassung ihrer Filme von Arne Elsholtz gesprochen. Nun ist einer der bekanntesten Synchronsprecher Deutschlands gestorben.

Arne Elsholtz im Tonstudio
DPA/ Frank Willer/ Tonstudio livelive

Arne Elsholtz im Tonstudio


Seine Stimme ist fast so bekannt wie die Hollywood-Pendants: Arne Elsholtz ist nicht nur die deutsche Stimme von Tom Hanks, sondern synchronisierte auch Bill Murray, Kevin Kline - und den Vater in "Das kleine Arschloch". Doch das deutsche Kinopublikum muss künftig ohne die gewohnte Stimme auskommen. Elsholtz ist in Berlin gestorben, wie seine Agentur Sprecherdatei mitteilte.

"Alle kannten Arne", sagte eine Agentursprecherin. Elsholtz, Jahrgang 1944, hatte unter anderem Hanks in "Forrest Gump" gesprochen. Er synchronisierte auch Bill Murray in "Und täglich grüßt das Murmeltier" (1993) und Kevin Kline in der deutschen Fassung der Komödie "Ein Fisch namens Wanda" (1988). Nach gesundheitlichen Problemen 2008 teilte er sich die Synchronisation der Hanks-Filme mit dem Sprecher Joachim Tennstedt.

"Er war nach Otto Sander der einzige, der in der Sprecherkabine rauchen durfte", sagt der Geschäftsführer des Berliner Tonstudios Livelive, Frank Willer. "Und er brauchte beim Arbeiten immer ein gutes Glas Weißwein." Elsholtz habe das Leben in vollen Zügen genossen, gute Laune verbreitet, Champagner spendiert - und Kette geraucht. "Er war ein sehr menschlicher Mensch. Wir werden ihn vermissen", ergänzt Willer.

TV-Zuschauer hörten Elsholtz auch in Werbespots. Seine Stimme mit vielen kleinen Zwischentönen habe jede Aufnahme mit ihm zu einem Highlight gemacht, teilte seine Agentur mit. Der Synchronsprecher hatte auch eine Schauspielausbildung.

vks/dpa



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