Überschuldetes Filmstudio Nächster James-Bond-Film auf Eis gelegt

Daniel Craig muss warten: Die Dreharbeiten zum 23. James-Bond-Abenteuer sind auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Dabei standen die Drehbuchautoren schon fest. Doch wegen der Finanzprobleme des MGM-Studios haben die langjährigen Bond-Produzenten nun alle Vorarbeiten gestoppt.

Muss sich in Geduld üben: Daniel Craig als James Bond in "Ein Quantum Trost"
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Muss sich in Geduld üben: Daniel Craig als James Bond in "Ein Quantum Trost"


Los Angeles - Es gibt Dinge, gegen die ist selbst James Bond machtlos. Die Arbeiten zum nächsten Film über den britischen Superagenten sind für unbestimmte Zeit gestoppt worden. Wegen der Finanzprobleme des überschuldeten MGM-Studios sei die Produktion der 23. Bond-Folge auf Eis gelegt worden, teilten die Produzenten nach Angaben des US-Branchenblattes "Variety" am Montag mit. "Wir wissen nicht, wann die Produktion weitergeht und haben keinen Termin für den Kinostart von 'Bond 23'", hieß es in einer Mitteilung der langjährigen Bond-Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli.

Im vergangenen Juni hatte das Duo drei Drehbuchautoren für das nächste 007-Abenteuer bekanntgegeben. Sie nannten Peter Morgan, der zuletzt das Skript für "Frost/Nixon" lieferte, sowie Neal Purvis und Robert Wade, die bereits die Bond-Filme "Ein Quantum Trost" und "Casino Royale" geschrieben hatten.

Im Januar verlautete aus Hollywood, dass der britische Regisseur Sam Mendes ("Zeiten des Aufruhrs") um den Regie-Posten verhandeln würde. Eine offizielle Bestätigung durch das Studio MGM gab es allerdings nicht. Den letzten Bond-Streifen "Ein Quantum Trost" - mit Daniel Craig als Geheimagent 007 - brachte Marc Forster 2008 auf die Leinwand. Bond-Darsteller Craig erklärte nun, er habe Vertrauen in die Produzenten und freue sich darauf, wenn es wieder losgehe.

Das Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) steht wegen seiner drückenden Schuldenlast zum Verkauf. Es gehört einer Gruppe von Finanzinvestoren und Medienunternehmen, darunter der japanische Elektronikkonzern Sony und der Kabelanbieter Comcast. Sie hatten das Filmstudio 2005 für fünf Milliarden Dollar übernommen. Bisherige Gebote lagen unter den Erwartungen der Gläubiger.

Zu den größten Erfolgen des Studios gehören unter anderem "Ben Hur", "Meuterei auf der Bounty" und "Doktor Schiwago". Sinkende Zahlen im DVD-Verkauf und das Fehlen von Kinohits haben es dem Studio unmöglich gemacht, seine Schulden in Höhe von 3,7 Milliarden Euro in den Griff zu bekommen.

feb/dpa/AP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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rhalpha 20.04.2010
1. Kein Bond mehr - Gott sei Dank!
Daniel Craig halte ich für eine Fehlbesetzung und die sog. Rückbesinnung auf die Buchvorlage haben den (Film-) Bond Mythos zerstört. Bond war immer auch das Synonym für unglaubliche technische Spielereien. Seit Casino Royale ist Bond nur ein 08/15 Actionfilm. Entweder wieder den "alten" Bond mit Moneypenny und Q oder die Macher sollten es sein lassen. PS: Ich habe die Romane gelesen, habe aber trotzdem die Filme im Kino genossen, die beiden letzten ausgenommen.
Nothing is irreversible 20.04.2010
2. 0023
Das wird schon, dann halt ein Jahr später. Was auch nicht schlimm ist, denn QOS war ein wirkte nach Casino Royale wie Schnellschuß. Craig ist die optimale Besetzung für den Reset, und der Verzicht auf Gadgets aus Q's Werkstatt war in der Ära Ive nur konsequent. Und wie in jedem Abspann heiß es: James Bond Will Return!
Rockaxe 20.04.2010
3. .
na zum Glück empfindet das jeder anders. Mir persönlich gefiel Timothy Dalton in seiner Bond Darstellung am Besten (obwohl ich als Jugendlicher und auch heute nocht "Live And Let Die" super finde). Das mit Daniel Craig versucht wurde die Figur "neu" zu erfinden war keine schlechte Idee - aber eben gewöhnungsbedürftig. Die letzten Bond-Filme waren eindeutig nur noch auf die tollen Effekte und Gimmicks ausgelegt. Die Romane 1:1 zu verfilmen wäre zu langweilig aber mit der neuen Linie hat man meines Erachtens einen recht guten Kompromiss gefunden. Wäre letztendlich schade wenn ein anderes Studio die "Tradition" der Bond Filme in total anderem Stil fortsetzen würde. Das würde wohl alte wie neugewonnene Fans vergraulen.
gummiball2 20.04.2010
4. Kleinere Brötchen backen
Wundert micht nicht, dass die alle Geldprobleme haben. Wenn ich sehe, wie bei Filmproduktionen mit dem Geld rumgeschmissen wird. Unter 100 mio. Dollar geht gar nichts mehr. Ein paar Ratschläge: - Wenn der letzte Film eines Schauspielers gefloppt ist, gebt ihm weniger Geld (und nicht gleich 20 mio Dollar fest) - Benutzt billige Autos für Verschrottungsszenen und nicht teuere Audi R8s oder Porsche (aktuelle Anti-Beipiele: Date Night, Iron Man, ....) - Vorher planen, was gedreht werden soll. Anti-Beispiel: Teuere Verfolgungsjagd von "Vermächtnis Der Tempelritter 2". Viel Schrott in der Londoner Innenstadt, von dem vieles nicht benutzt wurde.
o.o 20.04.2010
5. ...
Wer in den letzten Jahren Filme von MGM gesehen hat, weiß auch warum die Firma keine Schulden bezahlen kann. Wer zu 98% Schrott produziert kann sich auch mit zufälligen Glücksgriffen bei der Regie nicht retten. Zudem ist es schon ein Armutszeugniss, wenn man sich fast 90 Jahre (bzw. 50 Jahre beim Remake) auf einem Filmtitel ausruht, in der modernen Kinolandschaft keinen Fuß fasst aber sich trotzdem als eines der größten Produktionsstudios verkaufen will. Leider war MGM schon immer dafür bekannt aus unmengen Geld unglaublichen Mist zu machen...
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