Berufung gescheitert Ukrainischer Regisseur Senzow bleibt inhaftiert

Der ukrainische Regisseur Oleh Senzow muss endgültig für 20 Jahre in einem russischen Straflager einsitzen. Ein Gericht lehnte seine Berufung gegen das Urteil ab, das im Sommer internationale Proteste ausgelöst hatte.

Regisseur Oleh Senzow: Gegner der russischen Annexion seiner Heimathalbinsel
AP

Regisseur Oleh Senzow: Gegner der russischen Annexion seiner Heimathalbinsel


Amnesty International forderte seine Freilassung, genauso die Bundesregierung, die EU und die USA. Am Ende haben alle Appelle und Petitionen nichts genützt. Der ukrainische Regisseur Oleh Senzow, der im August wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung" zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war, bleibt endgültig inhaftiert. Am Dienstag wurde seine Berufung von einem russischen Gericht abgewiesen.

Senzow und seinem Mitangeklagten, dem ukrainischen Aktivisten Alexander Koltschenko, wird vorgeworfen, sie hätten auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim Terroranschläge geplant. Gegen Koltschenko war im Sommer eine zehnjährige Haftstrafe verhängt worden, auch seine Berufung wurde gestern abgelehnt.

Der Prozess war international höchst umstritten. Menschenrechtler kritisierten das Verfahren als Schauprozess mit gefälschten Vorwürfen und Beweisen. Einige Zeugen sollen gefoltert, andere, die eine Aussage verweigerten, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden sein. Beiden Männern wurde als Russen der Prozess gemacht, obwohl sie die russische Staatsbürgerschaft nie beantragt hatten.

Senzow, der für sein Spielfimdebüt "Gamer" im Jahr 2012 hoch gelobt worden war, hatte die Anschuldigungen immer zurückgewiesen. Einen letzten Versuch, ihn zu unterstützen, unternahm die Europäische Filmakademie vor vier Tagen: In einem von Wim Wenders, Agnieczka Holland, Volker Schlöndorff und Andrzej Wajda unterzeichneten Brief forderte sie Nikita Michalkow, Vorsitzender der Union der russischen Filmemacher, auf, sich für Senzow einzusetzen.

Michalkov, Regisseur des mit dem Oscar ausgezeichneten Dramas "Die Sonne, die uns täuscht" (1994), gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin. Er reagierte auf das Schreiben nicht. Die Europäische Filmakademie will weiter dafür kämpfen, dass Oleh Senzow nicht in Vergessenheit gerät. Laut "Hollywood Reporter" sagte ihr Vorsitzender Mike Downey: "Wir werden unsere Kampagne ausweiten und Oleh Senzow auf der Agenda halten, bis er entlassen wird. Der Kampf geht weiter."

kae



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Zehetmaieropfer 25.11.2015
1. Keine Besserung in Sicht
Dieses ungerechtfertigte Urteil beweist, im Rußland des Herrn Putin sowie in den von ihm abhängigen Gebieten in Südossetien, auf der Krim, in Abchasien und dem Osten der Ukraine hat sich nichts zum besseren entwickelt. Deshalb dürfe keine Sanktionen gegen die russischen Machthaber aufgehoben werden.
nofreemen 25.11.2015
2. wenn zwei das selbe tun
Die Wahrheit kann man mit nichts besiegen, auch nicht mit Sanktionen. Herr Snowden und Herr Assange sind auch lebenslang gefangen und mit dem Tode bedroht. Trotzdem glaubt ihnen keiner. Oder vielleicht doch? Auch die kämpfen weiter bis sie frei kommen.
markus_wienken 25.11.2015
3.
Zitat von ZehetmaieropferDieses ungerechtfertigte Urteil beweist, im Rußland des Herrn Putin sowie in den von ihm abhängigen Gebieten in Südossetien, auf der Krim, in Abchasien und dem Osten der Ukraine hat sich nichts zum besseren entwickelt. Deshalb dürfe keine Sanktionen gegen die russischen Machthaber aufgehoben werden.
Und was und vor allem wie genau sollen diese Sanktionen etwas (be-)wirken? Auch gegen andere Länder Sanktionen, teils jahrzehntelang verhängt...ohne greifbares Ergebnis. Was also versprechen Sie sich genau hier für Erfolge?
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