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Umstrittene "Keinohrhasen": Schweiger hat zu viel Sex für Sechs

Die Freiwillige Selbstkontrolle prüft erneut die Altersfreigabe für den Til-Schweiger-Film "Keinohrhasen". Eltern und Politikern wurde darin zu viel über Oralverkehr und andere Sexualpraktiken philosophiert.

Berlin - 50 Euro gäbe er ihm, sagt Til Schweiger im Film "Keinohrhasen" zu einem Taxifahrer, wenn der ihm nur zärtlich und lecker einen blase. Der Fahrer lehnt das Angebot zwar ab, dennoch wird lustig und munter herumkopuliert in dieser "Romantic Comedy", wie Produzent, Hauptdarsteller und Regisseur Til Schweiger seinen Film bezeichnet. Solch Freizügigkeit hatte zuerst Eltern erregt und veranlasst jetzt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), die Altersfreigabe des Films ab sechs Jahren nochmals zu prüfen.

Schauspieler Schweiger in "Keinohrhasen": Zu explizit für Kleinkinder
Warner Bros.

Schauspieler Schweiger in "Keinohrhasen": Zu explizit für Kleinkinder

Die oberste Landesjugendbehörde Schleswig-Holsteins habe die erneute Prüfung am Donnerstag verlangt, sagte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Jugendministeriums der Nachrichtenagentur ddp. "Keinohrhasen", ein Film über einen Boulevardreporter, der wegen einer miesen Story zu Sozialstunden in einem Kindergarten verdonnert wird und sich dort in die Kindergärtnerin verliebt, soll erst ab zwölf Jahren freigegeben werden. Die FSK will nach Angaben einer Sprecherin Ende des Monats über die Heraufsetzung entscheiden.

Die Jugendbehörde begründete ihren Antrag damit, dass die Sexszenen und sexualisierten Ausdrücke allzu junge Zuschauer überforderten. Kinder ab zwölf Jahren könnten den Film aufgrund der Entwicklung eines eigenen Sexualbewusstseins aber als Komödie verstehen. Auch Eltern und Politiker wie der CSU-Familienexperte Johannes Singhammer hatten bereits Beschwerde eingelegt.

Schauspieler Til Schweiger würde mit einer Heraufsetzung gut leben können, versicherte er der Zeitschrift "Bunte": "Ich war mir 100.000-prozentig sicher, dass es eine Freigabe ab zwölf wird, wir wären auch damit glücklich gewesen." Der Film, der seit dem 20. Dezember in deutschen Kinos läuft und den bisher fast drei Millionen Zuschauer gesehen haben, sei zwar ein Film für junge Erwachsene, wirklich bedenklich findet Schweiger die Komödie für Kinder aber nicht. "Meine Jüngste ist fünf und hat mich nicht gefragt, was blasen ist. Das versteht die gar nicht", sagte er der "Bunten". Alle seine Kinder hätten den Film gesehen und ihn ganz toll gefunden.

Kein Wunder. Schweigers Kinder spielen alle in "Keinohrhasen" mit.

cc/ddp

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