US-Filmkritiker Roger Ebert Ein Stern für den Star

Als erster Filmkritiker wurde der Amerikaner Roger Ebert 1975 mit einem Pulitzer-Preis für Kunst-Kritik ausgezeichnet. Dreißig Jahre später ist ihm nun auch ein Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood gewidmet worden.


US-Starkritiker Ebert: Daumen hoch für Rezensenten
AFP

US-Starkritiker Ebert: Daumen hoch für Rezensenten

Los Angeles - "Wenn ich Filme sehe, fühle ich, wie es ist, in anderer Leute Schuhe herumzulaufen", sagte Roger Ebert bei der feierlichen Enthüllung des Sterns vor dem El Capitan Theatre in Hollywood, der am Donnerstag auch die Schauspieler Virginia Madsen ("Sideways") und Tony Danza (TV-Serie "Who's The Boss?") sowie der deutsche Regisseur Werner Herzog beiwohnten.

Der 65-Jährige, der in den USA große Bekanntheit genießt, begann seine Karriere als Sportreporter bei der News-Gazette in Champaign, Illinois. 1966 wechselte Ebert dann auf die Stelle des Filmkritikers der "Chicago Sun-Times", der er bis heute treu geblieben ist.

1975, als Ebert als erster Filmkritiker einen Pulitzer-Preis gewann, schloss er sich mit Gene Siskel von der "Chicago Tribune" zusammen. Gemeinsam konzipierte das Duo die TV-Show "Sneak Previews", die sich später zur 23 Jahre währenden Erfolgs-Sendung "Siskel & Ebert and the Movies" entwickelte. Ihr System "Daumen hoch - Daumen runter" zur Film-Bewertung erlangte eine so große Popularität, dass Eberts rechter Daumen zum Markenszeichen wurde, dass DVD-Cover und Filmplakate als Qualitäts-Insignie kürt. In mehreren Kino- und Fernseh-Filmen wurde auf Ebert und Siskel angespielt, etwa in der Fantasy-Komödie "Willow" (1988), in dem ein zweiköpfiges Monster "Ebersisk" heißt, oder in Roland Emmerichs "Godzilla" (1998), in dem ein Bürgermeister namens Ebert und sein Assistent Gene auftreten. Nach dem Tode Siskels leitet Ebert nun eine Sendung mit seinem "Sun-Times"-Kollegen Richard Roeper, genannt "Ebert & Roeper".

Bilsang hat der Kritiker 17 Bücher verfasst, darunter das Standardwerk "Roger Ebert's Book of Film", das zweibändige "The Great Movies" und "I Hated, Hated, HATED This Movie" über die von ihm meist gehassten Filme. Ein vernichtendes Urteil über einen Film mündete dabei schon einmal in dem Schluss, dass dieser ein "Anschlag auf die Augen, die Ohren, das Gehirn" sei.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.