Verurteilter Regisseur Rasoulof Iranische Behörden heben Reiseverbot auf

Eigentlich steht er unter Hausarrest: Der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof, der in seiner Heimat zu einer Haftstrafe und Berufsverbot verurteilt worden ist, darf nun doch zu den Filmfestspielen nach Cannes reisen. Das haben die iranischen Behörden jetzt entschieden.

Mohammad Rasoulof: von iranischen Behörden wegen "feindlicher Propaganda" verfolgt
REUTERS

Mohammad Rasoulof: von iranischen Behörden wegen "feindlicher Propaganda" verfolgt


Teheran/Hamburg - Sein Film war auf den Filmfestspielen von Cannes bereits zu sehen. Jetzt könnte der iranische Regisseur Mohammad Rasoulof auch persönlich nach Frankreich reisen: Die Behörden in Iran haben das gegen Rasulof verhängte Reiseverbot aufgehoben. Der 37-Jährige habe am Montag die offizielle Bestätigung dafür erhalten, sagte sein Anwalt Iman Mirsa-Sadeh am Dienstag der amtlichen Nachrichtenagentur Isna.

Die Behörden hätten "glücklicherweise" entschieden, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die eine Reise seines Mandanten zu den französischen Filmfestspielen in Cannes verhindert hatten. Er sei aber "nicht sicher", ob Rasoulof nun noch nach Cannes reisen werde, da sein Film "Auf Wiedersehen" bereits gezeigt worden sei.

Rasoulof war wie sein renommierter Kollege Jafar Panahi im Dezember wegen seiner von den Behörden missliebig beäugten Arbeit als Regisseur zu einer Haftstrafe verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt worden. Bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens wurden beide unter Auflagen freigelassen, sie stehen aber unter Hausarrest. Rasoulof wird "feindliche Propaganda" in seinem Film vorgeworfen. Dieser handelt von einer jungen Anwältin aus Teheran, die sich um ein Ausreise-Visum aus dem Iran bemüht. Der Dreh des Films war von den Behörden nicht verboten worden.

Die Berliner Filmfestspiele 2011 hatten bereits unter dem Eindruck des Berufsverbots gegen die beiden Regisseure gestanden. Und auch Cannes bemüht sich um ein Zeichen gegen die Repressionen in Iran: Der neue Film von Jafar Panahi "In Film Nist" ("Dies ist kein Film") soll am 20. Mai in einer Sondervorstellung gezeigt werden.

hpi/afp



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.