Spanischer Polit-Regisseur Vicente Aranda ist tot

Geprägt durchs Franco-Regime, gefeiert in Cannes und Berlin: Der Spanier Vicente Aranda drehte stets explizit politische Filme. Jetzt ist der Regisseur im Alter von 88 Jahren gestorben.

Regisseur Vicente Aranda (im Jahr 2005): Rigoros politisch
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Regisseur Vicente Aranda (im Jahr 2005): Rigoros politisch


Er war einer der wichtigen politischen Regisseure Europas und mit seinen Filmen immer wieder für die Hauptpreise der großen Festivals in Cannes und Berlin nominiert. Als junger Mann flüchtete Vicente Aranda vor dem Franco-Regime nach Venezuela. Als er Anfang der Sechzigerjahre in seine spanische Heimat zurückkehrte, wurde ihm die Aufnahme an der Filmhochschule verweigert.

Also brachte sich Aranda das Filmemachen selbst bei - und erzählte in seinen Werken auch immer wieder von gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten. Er war einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten "Schule von Barcelona", die sich an die französische Nouvelle Vague anlehnte und mit einer neuen Ästethik und der Behandlung von Tabuthemen wie etwa Transsexualität für Aufsehen sorgte.

Einer von Arandas bekanntesten Filme ist das Geschichtsdrama "Libertarias", in dem er auf einer Länge von über drei Stunden über die Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg erzählt. In dem für den Autorenfilmer und Autodidakten ungewöhnlich aufwendig produzierten Film spielt Victoria Abril die Hauptrolle - die oftmals für den spanischen Regie-Star Pedro Almódovar vor der Kamera stand. Auch mit Aranda verband Abril eine langjährige Arbeitsbeziehung: Für insgesamt 12 Filme kooperierten die beiden - zuletzt für sein Spätwerk "Tirante el Blanco" im Jahr 2006.

Wie unter anderem die spanische Tageszeitung "El País" meldet, ist Vicente Aranda am Dienstagmorgen im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung in Madrid gestorben.

cbu/dpa

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