"Vom Winde verweht"-Darstellerin Mary Anderson im Alter von 96 Jahren gestorben

Mary Anderson wollte die Hauptrolle in "Vom Winde verweht" - musste sich aber mit einer Nebenrolle zufriedengeben. Später drehte sie noch mit Hitchcock. Jetzt ist sie im Alter von 96 Jahren gestorben.


Hamburg/Los Angeles - Mary Anderson war eines der letzten lebenden Crew-Mitglieder des Filmklassikers "Vom Winde verweht" (1939). Nun ist die Schauspielerin gestorben, sie wurde 96 Jahre alt. Das berichtet die "Los Angeles Times" und beruft sich dabei auf die Aussagen einer engen Freundin von Anderson. Die Darstellerin sei am vergangenen Sonntag in einem Hospiz im kalifornischen Burbank gestorben und habe zuvor bereits eine Reihe von kleineren Herzanfällen erlitten, sagte Betty Landess der Zeitung.

Eigentlich hatte Anderson für die Hauptrolle der Scarlett O'Hara in dem Südstaaten-Epos "Vom Winde verweht" vorgesprochen - jenes Biest, das viel zu spät erkennt, dass sie immer nur Rhett geliebt hat und auch noch zusehen muss, wie ihr geliebter Süden mit seinen Baumwollplantagen und Sklaven im amerikanischen Bürgerkrieg untergeht. Die Rolle ging am Ende an Vivien Leigh und Anderson musste sich mit einer Nebenrolle begnügen: In dem Meisterwerk über Krieg, Frieden und die ganz große Leidenschaft spielte sie den Part der Maybelle Merriwether.

In den folgenden Jahren spielte Anderson dann in mehreren Filmen mit, darunter in dem Drama "Das Lied von Bernadette" (1943) und "Mutterherz" (1946). Alfred Hitchcock holte sie in der Rolle einer Krankenschwester für seinen Psychothriller "Das Rettungsboot" (1943) vor die Kamera.

In den achtziger Jahren zog sich Anderson mehr und mehr von der Schauspielerei zurück. In ihrem Eintrag in der Internet Movie Database ist im Jahr 1980 ihr letzter Film angegeben: "Noch mehr Rauch um überhaupt nichts".

Geboren wurde die Schauspielerin als Bebe Anderson in Birmingham, Alabama. Sie war zweimal verheiratet: Die Ehe mit Leonard Behrens scheiterte 1950. Drei Jahre später heiratete Anderson den Kameramann Leon Shamroy, er starb 1974. Der gemeinsame Sohn des Paares, Anderson Alexander Shamroy, war 1956 im Alter von zwei Monaten gestorben.

aar/dpa



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zieglerm 12.07.2014
1. Wuerde der Film heute auch noch als
Wenn heute ein Regisseur einen solchen Film drehen würde, kann ich mir die Kritiker schon gut vorstellen: "Überlange, schwülstige Liebesschnulze für patriotische Südstaatenanhänger. Lediglich die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller vermag zu überzeugen." So verklärt der Blick auf die Vergangenheit doch so manches in ein Meisterwerk literarischer und cineastischer Kunst.
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