Wahl der besten US-Liebesfilme Casablanca ist die schönste Schnulze

Der 60 Jahre alte Klassiker "Casablanca" ist vom American Film Institute (AFI) zum besten Liebesfilm aller Zeiten gekürt worden. Erstaunlich: Kein einziger Film aus den letzten 40 Jahren schaffte es unter die Top fünf der 100 schönsten Hollywood-Schnulzen. Der Megaseller "Titanic" landete abgeschlagen auf Rang 37.


"As time goes by": Ingrid Bergman und Humphrey Bogart in der berühmten Abschiedsszene des laut AFI "besten US-Liebesfilms"
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"As time goes by": Ingrid Bergman und Humphrey Bogart in der berühmten Abschiedsszene des laut AFI "besten US-Liebesfilms"

Los Angeles - Die Mitglieder des AFI wählten das Südstaatendrama "Vom Winde verweht" (1939) nach "Casablanca" (1942) auf den zweiten Platz. Auf Platz drei schaffte es Leonard Bernsteins Musical "West Side Story" von 1961. Die Liste der 100 besten Liebesfilme wurde am Dienstagabend in einer dreistündigen Show des US-Senders CBS präsentiert.

Neben den zahlreichen Klassikern wie "Roman Holiday" ("Ein Herz und eine Krone", 1953) oder "Doktor Schiwago" (1965) konnten sich nur wenige neuere Filme behaupten - darunter "Pretty Woman" (Platz 21), "When Harry Met Sally" ("Harry und Sally", Platz 25) und natürlich James Camerons "Titanic". Der erfolgreiche Kassenschlager von 1997 landete aber nur auf dem 37. Rang. Cary Grant ("Berüchtigt") ist in sechs Filmen der Top 100 als Verführer zu sehen. Katharine Hepburn ("The African Queen") führt die Liste der weiblichen Stars mit ebenfalls sechs platzierten Filmen an.

Insgesamt standen 400 nominierte Liebesfilme auf den Stimmzetteln, die von rund 1800 Regisseuren, Schauspielern, Kritikern und Studiomitarbeitern ausgefüllt wurden. Nach Angaben des AFI erleben nur drei Paare unter den zehn besten Liebesfilmen ein Happy End. Die restlichen Leinwand-Liebespaare gehen am Ende auseinander. Immerhin werden unter den Top Ten deutlich mehr Kuss-Szenen (260) als Streitereien (187) zwischen den Liebenden gezählt.

Das Amerikanische Film Institut mit Sitz in Los Angeles bildet Filmemacher, Drehbuchschreiber und andere Mitglieder aus der Film- und Fernsehbranche aus. Vor fünf Jahren startete das Institut eine Reihe von Hitlisten, unter anderem mit der Wahl der besten Hollywood-Filme der letzten 100 Jahre, der besten Filme aller Zeiten, den größten Stars und den besten Komödien. "Dieses Jahr feiern wir Herzensangelegenheiten einmal ganz anders - es gibt Herzensbrüche, Liebeskummer und gefühlsüberschwemmte Herzen statt Herzinfarkte oder Herz in der Hose" hatte der AFI-Vorsitzende Jean Picker Firstenberg im Vorwege der CBS-Show angekündigt.



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