Box Office Erfolgsrezept Billig-Horror

Schon wieder hat ein günstig produzierter Schocker die US-Kinocharts erobert: "Insidious Chapter 2" ist schon die zweite Nummer eins des Jahres für Regisseur James Wan. In Deutschland verteidigte Roland Emmerich mit "White House Down" die Spitze.

Lin Shaye und Rose Byrne in "Insidious Chapter 2": Gruseln auf der Eins
Sony Pictures

Lin Shaye und Rose Byrne in "Insidious Chapter 2": Gruseln auf der Eins


USA

1. Gewinner der Woche

Drei ist ein Trend - so lautet eine alte journalistische Grundregel. Aber was bedeutet es dann, wenn schon der fünfte Low-Budget-Horrorfilm des Jahres an die Spitze der US-Kinocharts springt? Sicher kann man also 2013 als das Jahr der Cheapo-Schocker ausrufen! Nach "Mama", "Evil Dead", "The Purge" und "The Conjuring" ist "Insidious Chapter 2" an der Chartspitze angekommen - und blieb mit einem Einspielergebnis von 41 Millionen Dollar weit über den Erwartungen der Produzenten.

Ein Nebeneffekt davon ist, dass wir den Regisseur James Wan mit ganz anderen Augen sehen müssen - denn "Insidious 2" ist seine zweite Nummer eins des Jahres nach "The Conjuring"; das gelang zuletzt 2003 den Wachowski-Geschwistern mit zwei "Matrix"-Filmen. Der als Sohn von Chinesen in Australien aufgewachsene Wan wurde bekannt als Erfinder der "Saw"-Reihe. Als nächstes wird er das Genre wechseln, er führt beim siebten Teil des Action-Franchise "Fast & Furious" Regie.

2. Verlierer der Woche

Die Nummer eins der Vorwoche, der Science-Fiction-Film "Riddick" mit Vin Diesel, muss gehörig Federn lassen: Ein Umsatzminus von 63 Prozent gegenüber dem Wochenende zuvor bedeutet jetzt Platz drei in den US-Kinocharts

3. Zahl der Woche

83 Prozent des Publikums von "The Family" war über 25 Jahre alt. Kein Wunder, denn schließlich sind die Hauptrollen des Mafiafilms mit Robert De Niro und Michelle Pfeiffer besetzt, zwei großen Stars, deren größte Tage aber schon etwas länger zurückliegen. Immerhin: Für De Niro bedeutet Platz zwei mit 13,9 Millionen Dollar einen vergleichsweise großen Erfolg nach einigen einstelligen Starts.

Deutschland

1. Gewinner der Woche

Ein Sindelfinger reüssiert mit US-Patriotismus: Roland Emmerichs "White House Down" kann den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts verteidigen. An seinem zweiten Wochenende in den Kinos lockte der Katastrophenfilm 216.000 Zuschauer an.

Einen erstaunlich starken Kinostart schaffte die deutsche Komödie "Da geht noch was" auf Platz fünf. 41.000 Kinogänger wollten Henry Hübchen und Florian David Fitz als Vater-und-Sohn-Duo sehen.

2. Verlierer der Woche

Zum zweiten Mal werden in "R.E.D. 2" Agenten-Urgesteine aus dem Ruhestand geholt, gespielt von Bruce Willis, John Malkovich und Helen Mirren. Die Action-Komödie schauten sich 125.000 Zuschauer an - ein stattlicher Wert, der für den besten Neustart und Platz drei (hinter "Wir sind die Millers") reichte. Und warum ist das also ein Verlierer? Nun, weil der erste Teil von "R.E.D." am Startwochenende fast doppelt so viele Zuschauer hatte, nämlich 237.000 im Oktober 2010.

3. Und welcher Film hat eine zweite Chance verdient?

Immerhin erreichte der britische Kinospaß "The World's End" mit Simon Pegg Platz zehn der deutschen Charts; 41.000 Fans wollten sich den dritten Teil einer Trilogie anschauen, die mit "Shaun Of The Dead" und "Hot Fuzz" begonnen wurde. Wer noch nicht Fan der zitatsatten Filme ist, könnte sich ja in der Videothek in die Welt der Briten einarbeiten und sich dann den finalen pub crawl in "The World's End" mit geschultem Blick im Kino anschauen.

feb



insgesamt 2 Beiträge
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Freidenker10 16.09.2013
1. optional
Habe mir White House Down angesehen und fand ihn einfach nur schlecht! Miese Effekte und dazu noch dieser lächerliche Patriotismus gepaart mit Comedy Einlagen die völlig deplaziert waren. Emmerich versucht in seinen Filmen alle Genres auf einmal unterzubringen ( wahrscheinlich um ein breites Publikum anzulocken ) und dieser Mix nervt total! War auch bei Independence Day schon nervig...
Greybird 16.09.2013
2. Emmerich
Naja also Independence Day war wenigstens noch originell, damals. White House Down... Irgendwie schon 1000 mal so ähnlich gesehen. Salt, Die Hard 4.0, Olympus has Fallen... alles eine Soße. Für kurzfristige Gewinnmaximierung engagieren Studios Absatzgaranten vor und hinter der Kamera. Man weiß genau dass das Ergebnis keinen ausm Latschen haut, aber man muss den Laden ja am Laufen halten. Große originelle Projekte wie Avatar oder Transformers haben eben gerade WEIL sie innovativ sind eben ein höheres Risiko, schlagen dafür aber auch doppelt und dreifach ein im Erfolgsfall. Mehr Mut, Hollywood! Rette uns vor dem noch mal 30 Klassen tiefer liegenden deutschen Fernsehfilm!!!
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