Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor ist tot

Zsa Zsa Gabor wurde als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt, später sorgte sie vor allem mit ihren zahlreichen Ehen für Schlagzeilen. Nun ist die Filmdiva im Alter von 99 Jahren gestorben.


Die Filmdiva Zsa Zsa Gabor ist tot. Das bestätigte ihr Publizist Ed Lozzi mehreren US-Medien, unter anderem "Variety". Laut ihrem Ehemann, Frédéric von Anhalt, starb Gabor an den Folgen eines Herzinfarkts. "Sie starb nicht alleine, alle waren hier", sagte er.

"Sie hatte keine Schmerzen, alles ging ganz schnell", sagte von Anhalt. "Alles war in Ordnung und plötzlich wurden ihre Hände kalt." Er habe dann einen Krankenwagen gerufen. "Aber sie war nicht mehr zu retten. Sie haben alles versucht, ihr Herz wieder in Bewegung zu bringen, Beatmung alles und auch im Krankenhaus noch, aber das hat alles nichts mehr gebracht."

Nun sei er "ganz alleine in dem großen Haus", sagte von Anhalt weiter (Reaktionen zum Tode Gabors von Kollegen und Weggefährten lesen Sie hier). Über die Beerdigung habe er sich noch keine Gedanken gemacht. "Keine Ahnung. Wir hatten doch gerade den Weihnachtsbaum und das ganze Schlafzimmer dekoriert, das Feuer brannte, überall waren rote Blumen, es war eine herrliche Weihnachtsstimmung. Und sie war so happy, als sie den Weihnachtsbaum gesehen hat."

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Zsa Zsa Gabor: Ein Leben für Hollywood

Die gebürtige Ungarin wäre im Februar 100 Jahre alt geworden. In den vergangenen Jahren ging es Gabor gesundheitlich immer schlechter. Ihre 28-Zimmer-Villa im Nobelviertel Bel Air in Los Angeles, wo einst Elvis Presley wohnte, hatte sie in den vergangenen Jahren zum Vergnügen kaum noch verlassen. Nach einem Autounfall 2002 saß sie zunächst im Rollstuhl, danach überlebte sie zwei Schlaganfälle. 2011 wurde ihr rechtes Bein teilweise amputiert, nachdem sie sich zuvor bei einem Sturz aus dem Bett die Hüfte gebrochen hatte. Zuletzt wurde sie rund um die Uhr gepflegt, ihr Mann war sich im August dennoch sicher, dass die Hollywood-Diva ihren 100. Geburtstag erleben würde.

Berühmt fürs Berühmtsein

Die Karriere Gabors begann, als sie 1936 zur Miss Ungarn gekürt wurde. Ihre Jugend hatte sie zuvor in der Schweiz verbracht. Es folgte eine Ausbildung an der Wiener Musikakademie, danach gab Richard Tauber ihr eine Rolle in der Operette "Der Singende Traum". 1941, nach der ersten geplatzten Ehe mit einem türkischen Diplomaten, folgte sie ihrer Schwester Eva nach Hollywood.

Ihre erste Filmrolle hatte Gabor aber erst 1952 in "Lovely to Look At". Im gleichen Jahr spielte sie auch in "Wir sind gar nicht verheiratet" und - in einer ihrer wenigen Rollen als Hauptdarstellerin - in "Moulin Rouge". Zuletzt trat sie 1996 in "Die Brady Family" vor die Fernsehkamera. 2004 wurde sie in die "B-Movie Hall Of Fame" aufgenommen.

Berühmtheit erlangte Gabor aber weniger durch ihre Schauspielerei als durch ihr glamouröses, aber auch turbulentes Privatleben. "Ich verdiene Aufmerksamkeit nicht durch mein Talent, sondern nur dadurch wer ich bin", sagte Gabor einmal. Zu ihren prominenten Partnern gehörten Oscar-Preisträger George Sanders, der Hotelmagnat Conrad Hilton und der Unternehmer John W. Ryan, der als Schöpfer der Barbiepuppe gilt.

Glaubt man Gabor, so ließ sie John F. Kennedy, Presley und Henry Fonda abblitzen, hatte aber eine Affäre mit Frank Sinatra. Auch für ihre Schlagfertigkeit war sie bekannt. Auf die Frage von Journalisten wie viele Ehemänner sie nun wirklich hatte, antwortete sie: "Meinen Sie, abgesehen von meinen eigenen?" Und ihr Millionenvermögen erklärte sie so: "Ich bin eine großartige Haushälterin. Jedes Mal, wenn ich einen Mann verlasse, behalte ich sein Haus." Neunmal - achtmal wenn eine annullierte Ehe nicht zählt - war Gabor verheiratet, zuletzt seit 1986 mit dem 30 Jahre jüngeren Deutschen Frédéric von Anhalt.

Eine Ohrfeige für einen Verkehrspolizisten in Beverly Hills brachte die Diva 1989 drei Tage hinter Gitter. Mit der Schauspielerin Elke Sommer stritt sie sich vor Gericht, ebenso mit ihrer einzigen Tochter, der 2015 verstorbenen Francesca Hilton, die sie wegen angeblichen Betrugs auf Schadenersatz verklagte.

max/AFP/dpa



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