"Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen." So endete das Manifest, mit dem eine Gruppe junger deutscher Filmemacher bei den Kurzfilmtagen von Oberhausen 1962 einen neuen deutschen Film forderte, der Schluss machen sollte mit den Heimatfilmen und Klamotten, die die Nachkriegsproduktion prägten. Einer der Unterzeichner war Peter Schamoni.
Mit dem Film "Schonzeit für Füchse" setzte Schamoni die Forderungen 1965 praktisch um. Die Verfilmung eines Romans von Günter Seuren wurde mit einem Silbernen Bären bei der Berlinale und drei Bundesfilmpreisen ausgezeichnet. Neben weiteren Spielfilmen wie "Potato Fritz" (1975) oder "Frühlingssinfonie" (1983) drehte Peter Schamoni auch zahlreiche Dokumentarfilme über Künstler wie Max Ernst, Niki de Saint-Phalle oder Friedensreich Hundertwasser. Für letzteren, "Hundertwassers Regentag", erhielt er 1973 eine Oscar-Nominierung.
Als Produzent bekannt wurde Schamoni 1968 mit der Komödie "Zur Sache Schätzchen" (1968) mit Uschi Glas in der Hauptrolle. Insgesamt umfasst das Werk des Autors, Regisseurs und Produzenten mehr als 30 Spiel- und Dokumentarfilme. Am 16. Januar 2009 erhielt er beim Bayerischen Filmpreis den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.
Am Dienstagvormittag starb Schamoni im Alter von 77 Jahren in München, wie sein langjähriger Mitarbeiter und Freund Konrad Hirsch der Agentur dapd bestätigte. Schamoni habe zwei Wochen lang in einem Münchner Krankenhaus gelegen, hieß es. Er habe an Bauchspeicheldrüsenkrebs gelitten und erst an Ostern davon erfahren, sagte seine langjährige frühere Lebensgefährtin Anja Jungclaus der dpa. "Es war eine sehr heftige und plötzliche Diagnose."
Schamoni sei bis zum letzten Moment noch mit Projekten beschäftigt gewesen. Zuletzt hatte er damit begonnen, für ein Filmprojekt seine Familiengeschichte zu erforschen. "Im Nachhinein denkt man dann natürlich, dass da schon etwas getickt hat in ihm", sagte Jungclaus. Schamoni soll voraussichtlich in der kommenden Woche in Seeshaupt am Starnberger See beigesetzt werden, ein Datum steht aber noch nicht fest.
Der bayerische Medienminister Marcel Huber (CSU) würdigte Schamoni am Dienstagabend als Ausnahmeerscheinung des deutschen und internationalen Films: "Peter Schamoni hat mit seinem umfangreichen und vielseitigen Wirken und seiner klaren Handschrift Filmgeschichte geschrieben. Schamoni beherrschte das Genre des Spielfilms und des Dokumentarfilms gleichermaßen - eine große Leistung, die nur wenige Könner für sich in Anspruch nehmen können."
feb/dpa/dapd
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