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Rückblick Stefan Heym - Ein deutsches Literatenleben

2. Teil

Der am 10. April 1913 in Chemnitz geborene Kaufmannssohn, der eigentlich Helmut Flieg hieß, wechselte in der Schulzeit nach Berlin und floh 1933 vor den Nazis zunächst in die Tschechoslowakei und später in die USA, von wo er als amerikanischer Soldat nach Deutschland zurückkehrte. In Amerika hatte er sich mit Veröffentlichungen wie "Hostages" (Geiseln) und "The Crusaders" (Der bittere Lorbeer) einen Namen gemacht. 1951 siedelte er in die DDR über.

Heym beschäftigte sich neben zeitgeschichtlichen Themen auch mit historischen Stoffen. Zu seinen Büchern gehören "Der König David Bericht", der Probleme des Stalinismus parabelhaft spiegelt und in der DDR zunächst nicht erscheinen durfte, der Bericht über den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 "Fünf Tage im Juni", das Funktionärsgleichnis "Collin", der Roman über die Republik "Schwarzenberg" im Erzgebirge kurz nach dem Krieg und "Ahasver" über eine drohende atomare Vernichtung und bürokratisch- dogmatische Erstarrungen.

Der unbotmäßige Autor wurde 1979 - unter Präsident Hermann Kant - aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen und sogar strafrechtlich wegen angeblicher Devisenvergehen verurteilt, was erst im Januar 1992 offiziell vom Gericht zurückgenommen wurde. Nach dem Ende der DDR hielt Heym in dem dokumentarischen Roman "Radek" über den Mitarbeiter Lenins und Trotzkis eine groß angelegte Rückschau auf "Geburtsfehler einer Revolution". 1996 erschien der Band "Der Winter eines Missvergnügens", der einen Moment DDR-Geschichte im geschichtsträchtigen Jahr der Biermann- Ausbürgerung 1976 beleuchtet.

1998 veröffentlichte er seinen Roman, "Pargfrider", nach Heyms eigenen Worten eine "historische Komödie" über einen österreichischen Kapitalisten der Kaiserzeit.

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