Montag, 23. November 2009

Kultur



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18.06.2003
 

Rätsel um "Harry Potter 5"

Muss Ron Weasley sterben?

In ihrem mit Spannung erwarteten neuen "Harry Potter"-Roman lässt Joanne K. Rowling eine der Schlüsselfiguren sterben. Während die Erfolgsautorin in einem Interview gesteht, dass sie beim "Mord an dieser Person" geweint habe, rätselt die Fangemeinde, welchen Potter-Helden es treffen wird.



Zauberlehrling Potter, Klassenkameraden (im Film): Trifft es Ron oder Hermine?
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Warner Bros.

Zauberlehrling Potter, Klassenkameraden (im Film): Trifft es Ron oder Hermine?

London - "Ich bin in die Küche gegangen und habe geweint", sagte Joanne K. Rowling. Sie habe mit sich gerungen, die Todesszene zunächst noch einmal zurück genommen, dann sei sie aber doch zu der ursprünglichen Version zurückgekehrt. "Es ist unumstößlich", erklärte Rowling in einem BBC-Interview - dem einzigen, das sie vor der Veröffentlichung von "Harry Potter And The Order Of The Phoenix" gegeben hat.

Ihr Ehemann Neil Murray habe ihr geraten, die Schlüsselperson nicht zu töten, wenn es sie doch so traurig mache. "Aber so geht das leider nicht", erklärte Rowling, "wenn man Kinderbücher schreibt, muss man ein gnadenloser Mörder sein."

Leider verriet Rowling dem BBC-Moderator Jeremy Paxman nicht, welcher der Potter-Helden in dem Roman sterben muss - und die Fangemeinde rätselt. Ist es Ron? Oder vielleicht doch Hermine? So mancher Potter-Anhänger glaubt, dass es den schüchternen Ron Weasley treffen wird - vieles spräche dafür: Zum einen die Trauer der Autorin, immerhin würde sie mit Ron eine sehr beliebte und von ihr mit viel Herz entwickelte Figur "töten". Zum anderen lässt die Tatsache, dass mit dem Tod der Potter-Freundin Hermine Granger die einzige weibliche Hauptperson wegfallen würde, viele für Ron das Schlimmste befürchten.

Gemeinsam bestanden sie manches Abenteuer: Ron und Harry (im Film)
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Warner Bros.

Gemeinsam bestanden sie manches Abenteuer: Ron und Harry (im Film)

Joanne K. Rowling wird sich zu den Vermutungen nicht äußern. Am Samstag erscheint ihr neuer Roman zunächst weltweit in englischer Sprache. Dann wird das Rätselraten um den Mord endlich ein Ende haben. "Finden Sie die übertriebene Geheimhaltung nicht lächerlich?", fragte BBC-Moderator Jeremy Paxman die Autorin. "Natürlich kann man das so sehen, oder es auch als Marketing-Trick ausgelegen", sagte Rowling. "Aber eigentlich will ich nur nicht, dass die Kinder vorher erfahren, wie es weitergeht."

Wie es mit ihr weitergehen soll, wenn sie mit dem siebten Harry Potter-Roman die Geschichte um den Zauberlehrling beenden hat, weiß Rowling noch nicht. "Es ist schwierig aufzuhören", sagte die Autorin. Sie freue sich zwar auf die Zeit danach, "gleichzeitig habe ich Angst davor, Harry zu verlassen", räumte sie ein. "Ich denke, das wird eine Riesenlücke hinterlassen."

Beim Schreiben von "Harry Potter und der Phönix-Orden" habe sie "Blut und Wasser geschwitzt", gab die Autorin zu. Die Gerüchte, wonach sie unter einer Schreibblockade gelitten und den Abgabetermin verpasst habe, bestritt sie vehement. "Ich habe keinen Abgabetermin verpasst, weil es keinen gab", sagte Rowling, "ich habe lediglich eine viertel Million Wörter produziert!"

"Geheimnis, das alles zum Explodieren bringt"

Weinte nach dem Schreiben der Todesszene: Autorin Rowling
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DPA

Weinte nach dem Schreiben der Todesszene: Autorin Rowling

Tatsächlich hat "Harry Potter 5", dessen deutschsprachige Version am 8. November erscheint, rund ein Drittel mehr Umfang als sein Vorgänger "Harry Potter und der Feuerkelch", der zu den am schnellsten und bestverkauften Büchern aller Zeiten gehört. "Harry Potter und der Orden des Phönix" könnte ein noch größerer Bestseller werden. Am Freitag werden in Großbritannien 2,5 und in den USA 8,5 Millionen Bände an die Buchhandlungen ausgeliefert. In Deutschland haben bereits Tausende das Werk im Internet vorbestellt.

War Joanne K. Rowling in ihrem BBC-Interview in persönlichen Fragen erstaunlich offen, wurde sie, auf das Ende der Harry Potter-Geschichte angesprochen, wieder äußerst schweigsam. Ein Potter-Geheimnis müsse noch enthüllt werden, erzählte sie dann doch. "Wenn jemand vorher die Lösung erraten würde, wäre ich sehr ärgerlich", gab sie zu. Verständlich - immer handele es sich dabei um das "Herzstück des Ganzen", das alles "zum Explodieren" bringe.

Nicola Kuhrt

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