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26.05.2004
 

US-Bestsellerautor Tom Clancy

Kampfbereit mit Buch und Fäusten

Tom Clancy, millionenschwerer Star-Schriftsteller, war lange der Bilderbuch-Patriot der amerikanischen Literatur. Jetzt zieht er neue Seiten auf: Regierungsschelte im neuen Roman, Prügelandrohung für Irakkriegsbefürworter.

 Star-Schriftsteller Clancy: Neue Seiten vom Vorzeige-Patrioten der US-Literatur
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AP

Star-Schriftsteller Clancy: Neue Seiten vom Vorzeige-Patrioten der US-Literatur

New York - Millionen-Auflage, Fans weltweit: Der amerikanische Bestseller-Autor Tom Clancy ist konsensfähig. Mit Militär-Thrillern wie Jagd auf "Roter Oktober" oder "Die Stunde der Patrioten" festigte der Starschreiber seinen Ruf als literarischer Routinier mit Gespür für heiße Themen. Clancys Gesinnung war bisher dabei nicht unbedingt regierungskritisch, in seinen Büchern bewähren sich stets amerikanische Helden gegen Schurkenstaaten und Terroristen.

Jetzt schlägt Clancy jedoch neue Töne an: Seine neues Buch "Battle Ready" - kampfbereit - erzählt die Geschichte von Marine-General Anthony Zinnis Millitärkarriere. Das Provokante an der Veröffentlichung: Zinni, mittlerweile im Ruhestand, ist Co-Autor des Buches und gehört aktuell zu den schärfsten Kritikern an George W. Bushs Außenpolitik. Der Roman enthält deshalb böse Kommentare zum aktuellen Irak-Konflikt.

Während Zinni die Regierung direkt angriff, hatte sich Clancy, bislang als patriotischer Vorzeige-Autor auch beim Militär geschätzt und gelesen, mit offener Schelte zurückgehalten. In einem Interview mit der Presseagentur Asscociated Press am Montag wurde Clancy jedoch deutlich: Ein Kriegsgrund fehle, auch habe es keine entsprechende Provokation gegeben. Über den amerikanischen Staatspräsidenten bemerkte der Schriftsteller: "Ich glaube, er ist ein guter Kerl. Aber auch gute Menschen machen Fehler."

Wie ernst es Clancy mit dem Gesinnungswandel ist, beweist auch ein Zusammentreffen mit dem früheren Pentagon-Berater Richard Perle. Er habe sich mit Perle, einem prominenten Irakkriegsbefürworter, beinahe geprügelt, so der Schriftsteller gegenüber Associated Press.

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