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17.01.2005
 

Literatur-Gerüchte

Die wahre Identität der Sophie Dannenberg

Von Anna Reimann

Mit ihrem satirischen Roman "Das bleiche Herz der Revolution" über die 68er sorgte eine junge Autorin unter dem Pseudonym Sophie Dannenberg für Aufsehen. Jetzt ist ihr Pseudonym aufgeflogen und alle Gerüchte, sie sei etwa die Tochter Otto Schilys, sind zerstreut.

Autorin Kunkel: "Ich bin etwas scheu"
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Stefan Ulrich Meyer

Autorin Kunkel: "Ich bin etwas scheu"

Sophie Dannenberg heißt in Wirklichkeit Annegret Kunkel und war bis Dezember 2004 politische Redakteurin beim Inforadio des RBB. "Dass ich die Tochter eines prominenten Politikers bin, oder in Wirklichkeit ein Mann, das waren nur Gerüchte. Ich komme aus einer vollkommen unbekannten Familie", sagte Kunkel, alias Sophie Dannenberg, gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Popliterat Joachim Lottmann hatte in der "taz" gemutmaßt, die wirkliche Autorin hätte eine Schauspielerin zum gemeinsamen Treffen geschickt, weil sie sich selbst nicht zu erkennen geben wollte. Aufsehen hatte die 33-jährige Schriftstellerin im vergangenen Winter mit ihrer Generationenabrechnung "Das bleiche Herz der Revolution" erregt, einem Roman, der den Mythos der 68er mit scharfen Argumenten zu demontieren versucht.

Es störe sie nicht, dass das Pseudonym nun aufgeflogen ist. "Ich bin etwas scheu und es ging mir nur darum, Privates und Berufliches zu trennen", sagt Kunkel. Ihren Eltern hätte sie das Buch zu Weihnachten geschenkt. "Sie freuen sich und sind wahnsinnig stolz!"

Inzwischen schreibt sie bereits an einem neuen Buch. "Eine Novelle, die ganz, ganz anders wird als 'Das bleiche Herz der Revolution'." Sie werde aber weiterhin unter dem Namen Sophie Dannenberg schreiben, "es ist mein Autorenname". Sie habe sich gewundert, dass sie nie jemand nach ihrem wirklichen Namen gefragt habe, sondern alle immer nur wissen wollten, warum sie ein Pseudonym gewählt hat.

Um neuen Gerüchten gleich vorzubeugen: Annegret Kunkel ist nicht verwandt mit Skandalautor Thor Kunkel. "Ich kenne ihn nicht, ich habe ihn nie getroffen und ich lese ihn nicht", so die Autorin zu SPIEGEL ONLINE.

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