Montag, 23. November 2009

Kultur



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
  • Merken
06.04.2005
 

Literaturnobelpreisträger

Saul Bellow ist tot

Der amerikanische Literaturnobelpreisträger Saul Bellow ist gestern im Alter von 89 Jahren gestorben. Er wurde 1976 für seinen Roman "Humboldts Vermächtnis" mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Literaturnobelpresträger Bellow (2001): "Rückgrat der US-Literatur"
Zur Großansicht
REUTERS/ Corbis

Literaturnobelpresträger Bellow (2001): "Rückgrat der US-Literatur"

New York - Saul Bellow feierte seinen ersten internationalen Erfolg in den sechziger Jahren zuvor mit "Herzog", einem tragikomischen Roman über einen Universitätsprofessor, der nach der Trennung von seiner Frau in eine Krise schlittert.

Bekannt wurde der amerikanische Autor zudem mit seinen Romanen "Der Regenkönig" und "Die Abenteuer des Augie March". Der US-Autor Philip Roth sagte gestern, gemeinsam mit William Faulkner habe Bellow "das Rückgrat der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts gebildet". Neben dem Nobelpreis erhielt Bellow den Pulitzer Preis sowie drei Mal den National Book Award.

Auch "Humboldts Vermächtnis" thematisiert das Unbehagen an der Kultur und die Spannungen zwischen Individuum und Gesellschaft. Der Roman handelt von einem wohlhabenden, erfolgreichen Schriftsteller und Intellektuellen, den sein Verhältnis zur Gesellschaft jedoch zutiefst beunruhigt. Die Stockholmer Nobelpreis-Jury schrieb 1976, in Bellows Werk vereinigten sich das "menschliche Verständnis und die subtile Kulturanalyse".

Bellow wurde am 10. Juli 1915 als Solomon Bellows nahe der kanadischen Stadt Montreal geboren. Seine Eltern waren jüdische Einwanderer aus Russland, die erste Sprache, die der junge Bellows lernte, war Hebräisch. Im Alter von neun Jahren zog er mit seiner Familie nach Chicago, seine ersten Werke erschienen in den vierziger Jahren unter dem Namen Saul Bellow. Der langjährige Universitätsprofessor schrieb bis ins hohe Alter, sein letztes Buch, "Ravelstein", erschien im Jahr 2000. Bellow war fünf Mal verheiratet und hinterlässt neben drei Söhnen auch eine fünfjährige Tochter.

Bellows Anwalt und Freund Walter Pozen erklärte gestern in New York, der Schriftsteller sei zwar krank, aber "bis zu seinem Ende wunderbar klar" gewesen. Bellow sei im Beisein seiner Frau und seiner Tochter in seinem Haus in Brookline im US-Staat Massachusetts gestorben.

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern