Frankfurt/Main - Es waren die kleinen Nebenfiguren in seinen satirischen Karikaturen, die den tief-, wenn nicht abgründigen Humor F.K. Waechters offenbarten: Das kleine Schwein, das ehrfürchtig "Toll" sagt, wenn die Gans den Kopf in den Schuh steckt; die arme Sau, die mit ihren verzweifelten Rufen nach "Käsekuchen, Käsekuchen" die nächtliche Ruhe stört.
Friedrich Karl Waechter, kurz F.K. genannt, war Graphiker, Zeichner, Illustrator, Cartoonist, Karikaturist, Theater-Dramatiker und Schriftsteller in Personalunion. Er machte sich in den siebziger Jahren zunächst durch seine antiautoritären Kinderbücher einen Namen. Die "Mitmach"-Bilderbücher und der "Anti-Struwwelpeter" räumten mit erzieherischen Tabus auf. Sein Buch "Wir können noch viel zusammen machen" wurde 1975 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet.
Waechter wurde am 3. November 1937 in Danzig geboren. Bis 1956 besuchte er die Lauenburgische Gelehrtenschule in Ratzeburg bis zur Unterprima und absolvierte dann an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg eine Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker. 1962 kam Waechter nach Frankfurt und wurde zum Mitbegründer der sogenannten Neuen Frankfurter Schule, zeichnete zuerst für das linke Satire-Magazin "Pardon", stieß später zur "Titanic".
Laut Angaben seiner Frau starb F.K. Waechter in der vergangenen Nacht an Lungenkrebs. Er wurde 67 Jahre alt.
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