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Eckart Breitschuh: "Da ist ein Mann" (20 Bilder) |
Der Tag, als Else Kling starb war für Eckart Breitschuh nichts Ungewöhnliches. Als Zeichner einer fünfbändigen "Lindenstraße"-Comic-Parodie durfte er in den frühen Neunzigern unter anderem den Serien-Doktor Dressler vom Leben zum Tod und wieder zurück befördern. Das wilde und witzige Soap-Horror-Mischmasch war ein Auflagenerfolg.
Von allen Arbeiten des 1964 in Karlsruhe geborenen Zeichners sind die fünf "Lindenstraße"-Bände vielleicht die bekanntesten, nicht aber die markantesten. Breitschuh ist nicht nur ungeheuer produktiv, sondern schafft es auch, mühelos zwischen den Genres hin- und herzuspringen, sich dabei zeichnerisch weiterzuentwickeln und dennoch immer unverkennbar zu bleiben.
Zeichner Breitschuh: Zwischen "Lindenstraße" und "Heavy Metal"
Sein kräftiger, markanter Strich passt ebenso zu den skurrilen Kriminalfällen der von ihm geschaffenen Hamburger Polizistin "Wanda Caramba" (2 Bände bei Carlsen) wie zu Fußball-Comics wie "Komplott gegen Berti" (Ehapa) oder, ganz aktuell, "Klinsi in Not". Düster und makaber ist seine textgetreue Umsetzung Grimmscher Märchen als Comic. In Zusammenarbeit mit der Germanistin Lorraine Flack und weiteren Zeichnern entpuppen sich diese Werke in schöner Regelmäßigkeit als absolut nicht kindertauglich.
Neun Bände der passend "Grimm" genannten Serie liegen inzwischen im Hamburger Zwerchfell-Verlag vor. Auch an den sieben Ausgaben einer Comic-Fortsetzung des Pulp-Klassikers "Dr. Mabuse" beim Carlsen-Verlag war Breitschuh beteiligt. Jüngster Erfolg: die Veröffentlichung einer Horror-Kurzgeschichte im legendären US-Magazin "Heavy Metal" zusammen mit dem Kölner Autor Josef Rother.
Die Geschichte war so überzeugend, dass der Verlag sofort eine weitere, längere Story in Auftrag gab. Breitschuh zählt damit zu den wenigen deutschen Zeichnern, die den Veröffentlichungssprung in die USA geschafft haben. In der exklusiv für SPIEGEL ONLINE produzierten Episode der Reihe "Da ist ein Mann" zeigt sich der in Hamburg lebende Breitschuh von einer ganz anderen Seite - als satirischer und ironischer Alltagsbeobachter. Der Comic ist Teil eines größeren Projektes. Weitere Episoden finden sich im Weblog des Zeichners.
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