In der deutschen, vom Autorenkonzept geprägten Comic-Landschaft fällt Dirk Schulz gleich durch zwei Qualitäten auf. Zum einen gehört er zu den wenigen Künstlern, die konsequent auf die Zusammenarbeit mit Textern setzen. Während viele Zeichner hierzulande ihre Geschichten komplett selbst entwickeln, lässt sich Schulz seine Storys auf den Leib schneidern.
Zum anderen gehört er zu den wenigen deutschen Zeichnern, die vom aktuellen europäischen Comic-Mainstream, vor allem französischer Machart, beeinflusst sind - und dessen Stile und Erzählweisen perfekt beherrschen. Man sieht es den Comics des 1965 in Minden Geborenen an: Seine Bände, meist Science-Fiction-Abenteuer, sind opulente, farbenprächtige und rasante Werke voller Action, Witz, Sex und Spaß an der Unterhaltung.
Zeichner Schulz: Spaß an der Unterhaltung
Wie kein anderer Zeichner in Deutschland beherrscht Schulz die Breitwand-Action im Comic. 16 umfangreiche Alben in diesem Stil hat er seit 1992 veröffentlicht. Das meiste davon wurde in der Freizeit produziert - hautberuflich arbeitet Schulz als Creative Direktor in einer Bielefelder Werbeagentur, die er mitgegründet hat.
Kern seines Comicschaffens ist die Serie "Indigo". Inzwischen sind es sieben Bände um den nicht immer ganz sympathischen Außerirdischen gleichen Namens, der von einer planetaren Intrige in die nächste schliddert. Getextet wird diese Serie von Robert Feldhoff, seines Zeichens aktueller Chefautor der wöchentlichen Romanserie "Perry Rhodan". Auch die beiden Schultz-Alben der Fantasy-Satire "Chic & Chloe" stammen aus Feldhoffs Feder.
Aber nicht nur mit Feldhoff verbinden Schulz seit langem kollegiale und freundschaftliche Bande. Inzwischen steuert der Zeichner regelmäßig Arbeiten zur "Perry Rhodan"-Covergestaltung bei, außerdem hat er einen achtseitigen "Perry Rhodan"-Comic für eine Sonderausgabe der Serie produziert.
Jüngstes Projekt von Schulz ist ein Hybrid aus Online-Spiel und Comic, den er für den deutschen Manga-Verlag Tokyopop realisiert hat - ausnahmsweise einmal keine Science Fiction. Unter dem Titel "Fame4U" reflektieren Comic und Spiel das Thema Castingshows.
Für SPIEGEL ONLINE zeichnete der Künstler einen exklusiven Comic. "Kiko" ist die Geschichte zweier Fantasy-Charaktere, die es in unsere Welt verschlägt. Die Story wurde von Bernd Kronsbein geschrieben und unter Mithilfe von Horst Gotta gezeichnet.
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