Samstag, 21. November 2009

Kultur



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21.06.2007
 

Harry Potters Finale

Hacker will Roman-Ende verraten

Racheengel gegen Harry: Ein religiös motivierter Hacker namens Gabriel hat sich angeblich in den Computer des britischen Potter-Verlags Bloomsbury eingeschlichen. Jetzt will er Details ausplaudern. Horrorbotschaft oder Bluff?

London - Ein Hacker gibt an, er habe das wohl am besten gehütete Geheimnis des Literaturjahres geknackt. Bei seinem Einbruch in den Verlagscomputer habe er eine digitale Kopie des siebten Bandes "Harry Potter and the Deathly Hallows" gemacht.

Darsteller Emma Watson, Daniel Radcliffe (Filmszene): Banges Warten auf das Ende
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REUTERS

Darsteller Emma Watson, Daniel Radcliffe (Filmszene): Banges Warten auf das Ende

Ich weiß was, was du nicht weißt: Ist die Story des Computerfreaks nur ein Heischen um Aufmerksamkeit oder ist es ihm wirklich gelungen? Oder hat man es womöglich mit einem geschickten Marketing-Coup zu tun?

Der Hacker nennt sich nach dem Erzengel "Gabriel", seine Mission sei religiös motiviert. Nach einem Internet-Bericht des britischen "Telegraph" schreibt Gabriel auf einer bekannten Hacker-Seite, er kenne das Ende der Potter-Geschichte, die am 21. Juli auf die Ladentische kommt.

In sehr schlechtem Englisch gebe er eine Zusammenfassung des Inhalts an. Laut Bericht protzt Gabriel mit seinem Erfolg, in den Verlagscomputer eingedrungen zu sein, indem er einem Bloomsbury-Angestellten einen Virus geschickt hatte: "Die Angriffsstrategie war sehr einfach. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele Mitarbeiter des Verlags Kopien und frühere Versionen des Buches haben."

Als Begründung für seine Tat schreibt er, er folge den wertvollen Worten von Papst Benedikt XVI., als dieser noch Kardinal Ratzinger war: "Er hat erklärt, warum Harry Potter die Jugend auf unserer Erde zu neuem Heidentum verführt." Im November 2003 hatte Ratzinger in seiner Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation den Potter-Büchern "subtile Verführungen" vorgeworfen, "die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen."

Seit Monaten diskutieren Potter-Fans, wen der drei Freunde - Harry, Ron oder Hermine - die Bestseller-Autorin J. K. Rowling im siebten und letzten Band der Zauberschüler-Abenteuer sterben lassen wird. Gabriel gibt an, er könne das Rätsel schon vorab lösen. "Wir agieren als Spielverderber, um die Lektüre des Buches nutzlos und langweilig werden zu lassen," schreibt der selbst ernannte Racheengel der Verlagsbranche laut Nachrichtenagentur Reuters.

Die Verleger haben keine Mühen gescheut, um den Ausgang der Potter-Saga geheim zu halten und das Milliarden-Dollar-Geschäft mit der Überraschung nicht zu verderben. Ein Sprecher des Bloomsbury-Verlags lehnte jede Form der Stellungnahme ab. Eine Vertreterin des amerikanischen Vertriebs Scholastic Corp., Kyle Good, wollte keine Angaben dazu machen, ob Gabriels Nachricht existiere, warnte jedoch alle Leser, sehr skeptisch mit allen Internet-Vorabmeldungen umzugehen. "Da fliegt ganz schön viel Müll in der Gegend herum", sagte die Sprecherin.

Sollte die Geschichte wahr sein, könnte sie sich als ernstes Problem für Bloomsbury herausstellen. In den Verkauf des letzten Bandes werden hohe Erwartungen gesetzt. Der US-Buchhändler Barnes & Noble gab bereits im April an, dass schon mehr als eine halbe Million Bände vorbestellt worden seien. Scholastic plant eine Rekordauflage von zwölf Millionen Exemplaren, um den Bedarf zu decken.

Gerüchte um Raubkopien gehören wie jedes Jahr zur Zeit bangen Wartens auf den jeweils neuesten Band. Auch vor der Veröffentlichung des sechsten Bandes "Harry Potter and the Half-Blood Prince" ("Harry Potter und der Halbblutprinz") war in Großbritannien eine gestohlene Ausgabe aufgetaucht: Zwei Personen wurden verurteilt, weil sie versucht hatten, den Band an das Londoner Boulevard-Blatt "The Sun" zu verkaufen.

bos/Reuters

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