Ein Waffenfreak in Montana, ein Zuhälter in New York und ein Computergenie in Indien werden ermordet aufgefunden, die Toten sind mit einem mysteriösen Zeichen versehen. Teilen sie ein die Welt umspannendes Geheimnis? Will Monroe, ein junger Starjournalist bei der "New York Times", wittert seine große Stunde. Das Geheimwissen der Kabbala und eine uralte Prophezeiung vom Ende der Welt scheinen die Schlüssel zur Aufklärung der Morde zu bergen. Doch als plötzlich Wills Frau entführt wird, beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.
Erschienen ist die Originalausgabe des Thrillers 2006 unter dem Titel "The Righteous Men". In der Londoner "Times" wurde das Buch, in das Freedlands jüdischer Familienhintergrund eingeflossen ist, heftig kritisiert: "Die Lektüre ist vergleichbar mit einem Date, bei dem das Gegenüber auf den ersten Blick attraktiv, aber auch recht konventionell aussieht, in den nächsten Minuten auf liebenswürdige Weise exzentrisch wirkt, um dann allmählich immer sonderbarer zu werden, bis einem, ungefähr gegen vier Uhr am Morgen, klar wird, dass man einen Verrückten in sein Leben eingeladen hat."
Obwohl auch die gestandenen Journalisten Ian Fleming und Frederick Forsyth in der Mitte ihrer Karriere Spannungsromane schrieben, gibt Freedland, der Redakteur und Kolumnist beim "Guardian" ist und eine eigene Sendung bei BBC Radio 4 moderiert, zu, sich bei Dan Brown ("The Da Vinci Code") das Schreiben eines Erfolgs-Thrillers abgeguckt zu haben. Sein Ehrgeiz basiert wohl auch auf dem Umfeld, in dem er aufgewachsen ist: An einem College im noblen Londoner Villenviertel Hampstead und an der traditionsreichen Hochschule in Oxford ausgebildet, wurde Freedland schon früh auf Höchstleistungen getrimmt; 2002 erhielt er die begehrte Auszeichnung "Columnist of the Year".
Freedlands journalistisches Spektrum ist entsprechend breit gefächert. In seinen Artikeln stellt er die Frage, ob Großbritannien eine neue Verfassung braucht oder vergleicht das Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland mit dem zwischen Israel und den Palästinensern. Ein Höhepunkt seiner Laufbahn dürfte ein langes Exklusiv-Interview gewesen sein, das er im Sommer vergangenen Jahres mit dem Klimaschützer und ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore führte.
Helge Rehbein, Buchreport
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