Frankfurt am Main - Abschied von Harry Potter: Hunderttausende Fans haben sich noch in der Nacht zum Samstag die deutsche Ausgabe des siebten und letzten Bandes der Zauberlehrling- Serie besorgt. Vielerorts fanden Mitternachtspartys oder Zauberfrühstücke in den Buchhandlungen statt.
7000 Nachtboten der Post lieferten im Auftrag der Verlagsgruppe Weltbild zwischen Mitternacht und 2 Uhr mehr als 150.000 Exemplare von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" frei Haus aus. Mit dem Buch, das im englischen Original bereits am 21. Juli erschien, ist die Reihe abgeschlossen.
Der siebte Harry-Potter-Band kam in deutscher Übersetzung mit einer Rekord-Startauflage von drei Millionen Exemplaren auf den Markt. Der Carlsen Verlag erwartet, dass allein am ersten Tag rund anderthalb Millionen Bücher verkauft werden. Beim vorherigen Band waren es eine Million Exemplare. Dem Internet-Buchhändler amazon.de lagen mehr als 270.000 Vorbestellungen vor - damit ist "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" das am häufigsten vorbestellte Buch der Firmengeschichte.
Auch der Verlagsgruppe Weltbild hat der finale Band Rekordzahlen bei den Vorbestellungen beschert: "Harry Potter ist einfach Kult, der Andrang auf den siebten Band übertrifft alle Vorgängerbände", erklärte Carel Halff, der Vorsitzende der Weltbild-Geschäftsführung. Neben der "Geisterstunden-Zustellung" wurde das Buch von Weltbild über den regulären Versand an weitere 150.000 Leser geliefert. Insgesamt erwartet die Verlagsgruppe, dass sie an diesem Wochenende 450.000 Exemplare verkauft.
Bei der Buchhandelskette Hugendubel lief der Verkauf hervorragend an, wie ein Sprecher in München sagte. Allein zur Mitternachtsparty in der Filiale in Berlin-Steglitz seien 1500 Menschen gekommen. In Frankfurt, Würzburg oder Leipzig seien es 500 bis 800 gewesen. In der bayerischen Landeshauptstadt waren die Hugendubel-Geschäfte ab 6 Uhr geöffnet. Schon um 5.15 Uhr hätten sich vor dem Laden am Stachus erste Käufer eingefunden, sagte der Sprecher.
Andrang auch bei der Thalia-Filiale in Bielefeld: An den Kassen hätten sich vormittags Schlangen gebildet, erzählte Filialleiterin Melanie Küster. Seien bei der nächtlichen Öffnung vor allem Teenager und Erwachsene gekommen, zählten tagsüber auch viele Kinder zu den Käufern. Die ersten 100 erhielten einen Reisigbesen als Geschenk, "um damit nach Hause zu fliegen", wie Küster sagte.
In Mainz lud eine Filiale von Buch Habel zu einem Frühstück und Kinderschminken ein; in der Universitätsbuchhandlung Gutenberg feierten mehrere Dutzend Kinder am Freitagabend von 20.30 bis Mitternacht das Erscheinen des letzten Bandes. Viele erschienen verkleidet; das beste Kostüm wurde prämiert, mit einem Quiz, Spielen und Vorlesen verbrachten die kleinen Gäste die Zeit bis Mitternacht - bis sie das Buch endlich kaufen durften.
In Berlin fieberten allein im Kulturkaufhaus Dussmann hunderte Potter-Fans dem Buchverkauf entgegen. Eine Minute nach Mitternacht begann auch hier der Verkauf - umrahmt von stilechter, sprichwörtlich zauberhafter Potter-Atmosphäre. Butterbier und Schokofrösche verkürzten die Wartezeit. Vom Berliner Ostbahnhof aus fuhr ein eigens auf die Räder gestellter "Hogwarts-Express" zum Betriebsbahnhof Schöneweide, wo zum Start des Buchverkaufs eine bunte Potter-Party gefeiert wurde.
Susanne Gabriel/AP
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