Zelle 187, den 20.3., Donnerstag Liebstes, eben habe ich den Brief, den du dann hoffentlich am Samstag bekommen wirst eingesteckt. Und mir ist da noch etwas eingefallen, woran ich gern denke, wenn ich hier liege: an die ersten Tage, die wir hier in Berlin zusammen waren, erinnerst Du Dich noch? Wie Ihr kamt, war ich in der kleinen Wohnung vorn und erkannte sofort das Motorengeräusch des Busses und ich hatte ja so lange schon auf Euch gewartet, denn es ging mir unbeschreiblich schlecht in der Zeit davor und ich wußte, daß es sich mit Euch ändern würde. Und ich lehnte mich aus dem Fenster und sah auch Dich und hörte sofort zu telefonieren auf, um Euch hinterherzugehen. Und ich erwischte Dich noch unten an der Treppe zu den beiden oberen Stockwerken und ich faßte Dich gleich zaghaft um die Schultern, weil ich nicht wußte, wie Du zu mir stehst nach dieser langen Zeit. Und Du warst nett und das hat mich sehr gefreut. Wir gingen dann hoch und beschnupperten uns vorsichtig und zuversichtlich. Ich habe dann viel mit Dir gesprochen und Du hast erzählt, was Ihr so gemacht hattet und sagtest natürlich noch wenig über Dich und mich.
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