Von Stefan Pannor
Scarlette McLoyd ist ein typisches High-Society-Gör: jung, hübsch und dank exklusivster Kreditkarte stets kredibel. Eine Meisterin im extensiven Zeittotschlagen. Darum lehnt sie auch den Kauf eines Püppchens ab, das ihr eine Straßenhändlerin anbietet – zu billig! Wenig später allerdings findet sie sich an einem unheimlichen Ort wieder, an dem ihr alles Geld nichts nützt ...
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Nicht vergessen: Mangas liest man von rechts nach links!
"Luxus" heißt diese Geschichte von Judith Park, und um Luxus scheint es in vielen ihrer Mangas zu gehen. Es sind Geschichten aus einer Welt, in der alle immer perfekt gestylt und frisiert sind, in der alles proper blitzt und blinkt. Das mag auf den ersten Blick als Oberflächlichkeit ausgelegt werden. Für Judith Park geht es aber vor allem um den Zeitbezug. "Anhand der Mode erkennt man sofort, dass diese Geschichten in der Gegenwart spielen, und nicht etwa irgendwann in den Achtzigern", erklärt sie.
Eigentlich wollte die 23-Jährige Modedesignerin werden, aber die gebürtige Duisburgerin begann 2003 zunächst ein Studium der Biologie und Erziehungswissenschaften. Das allerdings schmiss sie nach nur einem Jahr hin. Eine Bewerbung zum Grafikdesign-Studium endete danach erfolglos.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ihre Manga-Karriere schon kräftig Fahrt aufgenommen. 2002, noch während ihres Abiturs, hatte sie am Kölner "Manga Magie"-Wettbewerb mit einer Kurzgeschichte teilgenommen. Schon 2003 schloss sie einen Vertrag mit dem großen Manga-Verleger Carlsen Comics, der ihre erste Serie "Dystopia" in monatlichen Häppchen im Mädchenmagazin "Daisuki" und danach als Taschenbuch veröffentlichte.
Seitdem hat Park drei umfangreiche Mangas publiziert und war seit 2005 drei Mal in Folge für den Sondermann-Preis der Frankfurter Buchmesse nominiert. Außerdem arbeitet sie, inzwischen wohnhaft in Kerpen, als Zeichnerin und Illustratorin für verschiedene Medien. Und obwohl sie bereits ihren nächsten langen Manga vorbereitet, sieht sie ihre Zukunft trotz aller Erfolge doch eher außerhalb der Comic-Szene: "Ich würde gern als Designerin für Computerspiele oder als Storyboard-Artist arbeiten."
Für SPIEGEL ONLINE hat sie eine Kurzgeschichte aus ihrem Archiv gesucht: "Vacation Club" ist so elegant und stylisch, wie man es von Judith Park gewohnt ist.
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