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Traditionsverlag in der Krise Aufbau kämpft um Autoren

Der angeschlagene Aufbau-Verlag fürchtet, dass ihm die Autoren weglaufen könnten und garantiert ihnen die Bezahlung von offenen Honoraren - wenn sie an Bord bleiben. Aber was passiert, wenn Aufbau sein Insolvenzverfahren nicht überlebt?

Berlin/Hamburg - Der kriselnde Aufbau-Verlag hat seinen Autoren die Zahlung von offen stehenden Honoraren garantiert. Das Haus, dem in den kommenden Monaten ein Insolvenzverfahren bevorsteht, will alle Ansprüche voll erfüllen, falls es nach dem Prozess weiter bestehen bleibt. Die Zusage betrifft die noch nicht bezahlten Honorare der letzten fünf Monate.

Geschäftsführer Strien (l), Erben: Garantieren Autoren ihre Honorare
DPA

Geschäftsführer Strien (l), Erben: Garantieren Autoren ihre Honorare

Die Geschäftsführer hoffen, dass die Schriftsteller den Verlag trotz der Krise nicht verlassen. "Damit können wir den Autoren das Signal geben, dass sie Vertrauen in uns haben können", sagte Geschäftsführer Tom Erben SPIEGEL ONLINE. Schließlich sei es nicht auszuschließen, dass andere Verlage versuchen, Aufbau-Autoren abzuwerben. Der zweite Geschäftsführer René Strien appellierte deshalb auch an die Konkurrenz: "Ich zähle auf die Solidarität der Konkurrenzverlage."

Das Berliner Traditionshaus wird voraussichtlich am 1. September sein Insolvenzverfahren beginnen und sucht nach neuen Investoren, um sein Überleben zu sichern. Trotz der Krise blickt Geschäftsführer Erben optimistisch in die Zukunft: "Wir haben in den letzten Tagen schon einige Anfragen gehabt", sagte er SPIEGEL ONLINE, "das große Interesse deutet darauf hin, dass wir mit Sicherheit jemanden finden werden."

Völlig offen bleibt jedoch, was mit dem Verlag und seinen Autoren passiert, falls sich keine Investoren finden. Es sei möglich, gibt Erben zu, dass Aufbau die Honorarforderungen dann "nicht voll" begleichen könne.

Das Traditionshaus, das unter anderem die Bücher von Werner Bräuning, Fred Vargas und Victor Klemperer verlegt hat, steckt seit dem Weggang des alten Verlegers Bernd F. Lunkewitz in einer schweren Krise. Hintergrund waren Streitigkeiten um die Eigentumsrechte des einstigen DDR-Verlages gewesen.

pha/ddp/dpa

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