10.05 Uhr: Ich versuche noch, den letzten Satz inhaltlich zu verstehen, um ihn dann hemingwaygleich verschlanken zu können, da klingelt das Telefon. Hamburg-Heiner, laut und munter wie einer, der seit Stunden wach und in Ölzeug unterwegs ist, der Deichgraf der Veddel, wie sie ihn zwischen den beiden Elbarmen jetzt schon nennen, hält sich nicht lange mit Begrüßungen auf:
Hamburg-Heiner: Sven, bist du schon im Zug?
Sven: Ja klar.
HH: Schreib nichts drüber.
Sven: Wieso nicht?
HH: Auf keinen Fall irgendwas über Zugfahren schreiben. Kolumnisten, Blogger und andere Halbbegabungen haben striktes Verbot, über Zugfahrten, die Deutsche Bahn, H. Mehdorn oder auch nur die Architektur deutscher Bahnhöfe, insbesondere des Berliner Hauptbahnhofs zu schreiben.
Sven: Oh Mann, zu spät!
HH: Wie, zu spät?l
Sven: Schon gepostet, wie wir Blogger sagen: Zug, erste Klasse, Überfüllung. Gerade rausgegangen.
HH: Verdammt.
Sven: Ist aber das erste Mal überhaupt.
HH: Hast du die Taxifahrt erwähnt?
Sven: Nein.
HH: Nix von wegen was der Taxifahrer zur Buchmesse sagt und so?
Sven: Nee, der hat gar nichts gesagt!
HH: Da hast du aber Glück gehabt. Sonst wäre das teuer geworden. Taxifahrer zitieren ist das Schlimmste überhaupt.
Sven: Vielleicht sollte ich mit dem Bloggen wieder aufhören, das wird mir jetzt irgendwie zu heiß.
HH: Nix, das ist wie mit dem Berliner Hauptbahnhof: Wenn man einmal damit angefangen hat, dann muß man den auch zuende bauen, ganz egal, wie schwachsinnig das ist.
Sven: Vielleicht sollte ich die Sache weiterreichen an einen Kollegen, so schwarzerpetermäßig.
HH: Du meinst: So wie das Flaschenteufelchen bei Robert Louis Stevenson, ja? Ich meine, wenn man wg. Buchmesse bloggt, dann sollte man wenigstens ein bißchen auf literarisches Niveau achten!
Sven: Danke. Aber wer könnte es tun? Wer nimmt einem sowas ab?
HH: Thomas Brussig!
Sven: Geht nicht, der schreibt gerade die Autobiographie von Udo Lindenberg.
HH: Echt?
Sven: Ja, hab ich gehört, muß dann ja stimmen.
HH: Naja... – immer noch besser als umgekehrt!
Damit legte er auf. Kein Wort des Abschieds. Er ist ein vielbeschäftigter Mann, und wer nicht will deichen muß weichen!
Auf anderen Social Networks posten:
@ Hr. Wieland: dieselbe Frage habe ich mir eben auch gestellt, ob das jetzt hier ein Blog ist oder noch wird. Daß die gestrigen Kommentare vom heutigen Beitrag schon wieder abgetrennt sind, spricht jedenfalls nicht gerade für [...] mehr...
Ja, ich denke wir verstehen uns. Wobei ich zugeben muss, dass ich auf Deinen/Ihren Zug halb aufgesprungen bin. Ich stelle jetzt erst mal meine Kritik ein. Doch wenn morgen wieder ein Dialog von Sven und HH gebloggt wird oder [...] mehr...
... jetzt muss das Thema natürlich irgendwie mitkommen, mit den neuen Beiträgen. Ich sehe, wir (thommes74) verstehen uns. Ich immer Gestriger war so tölpelig und schrieb meinen Text noch dorthin [...] mehr...
Sven hat ja eigentlich recht. Im Gegensatz zu Hamburg-Heiner. Denn die Deutsche Bahn ist etwas worüber sich trefflich bloggen lässt. Beispielsweise folgendes super-Stück über den Zugchef, Lenk und das ganz tolle "erste [...] mehr...
Ich bin schon ganz gespannt, wie die Buchmesse aus der Sicht eines Erfolgsautors aussieht: Lesungen, Autogrammstunden, Partys, Händeschütteln... und wahrscheinlich wenig Schlaf. Ich freu mich auf die nächsten Tage. Bislang wissen [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Literatur | RSS |
| alles zum Thema Frankfurter Buchmesse | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH