Zwei Dinge mag Charlotte Link nicht an ihrem Beruf: die Einsamkeit und die vielen Selbstzweifel. Das Autorendasein führt sie dennoch hartnäckig fort, nebenbei kümmert sie sich um eine Familie mit Hund, engagiert sich im Tierschutz.
Sie ist ja auch ein großer Routinier: Seitdem sie 16 ist, veröffentlicht sie Bücher; ihr Erstling, ein historischer Roman aus der Zeit Oliver Cromwells, erschien 1985 bei Rowohlt.
Stattliche 13,8 Millionen Mal verkauften sich ihre Bücher bislang. Ob es an der Vorliebe des Publikums für historische Schmonzetten liegt? Angeblich ist ihr das Etikett Geschichtsroman zu wenig; man soll ihr Werk jetzt als Gesellschaftsprosa einordnen.
Das Fernsehen jedenfalls erkennt in ihren Büchern die idealen Stoffe für Quotenhits: Die Romane "Sturmzeit" und "Die Stunde der Erben" wurden für die Mattscheibe adaptiert, ebenso der Thriller "Das Echo der Schuld".
Der Plot ist konventionell, aber solide: Zwei deutsche Aussteiger stranden nach einem Bootsunglück an der Küste Schottlands. Sie werden von einem Ehepaar gerettet, man kommt sich näher, dann verschwindet das Kind der Samariter. Haben die Neuankömmlinge mit der Sache zu tun?
Links Inspirationsquelle sind Urlaubserlebnisse, die Autorin bereiste Schottland, in Frankreich schnappte sie die Geschichte einer Kindesentführung auf. Daraus wurde "Echo der Schuld" kompiliert. Ein guilty pleasure für Leseratten.
Ingo Schiweck, Buchreport
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