Am 10. Juli strahlt das ZDF erstmals sein neues Literaturmagazin "Die Vorleser" aus. Moderatoren sind Amelie Fried und Ijoma Mangold: eine fernseherfahrene Bestsellerautorin und ein vergleichsweise junger, aber schon anerkannter Literaturkritiker - für eine Sendung, die nicht nur Elke Heidenreichs "Lesen!", sondern auch das "Literarische Quartett" beerbt, eine beinahe schon ideale Kombination aus Popularität und Anspruch.
Ein Bezug des Titels zu "Der Vorleser", dem Roman von Bernhard Schlink, sei nicht gewollt, so ein Sprecher des ZDF auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Tatsächlich wäre eine derartige Analogie für eine Literatursendung im deutschen Fernsehen eine gewisse Hypothek: Schlinks Buch dreht sich um das Verhältnis eines jungen Mannes zu einer früheren KZ-Wärterin.
Es gehe beim Titel "Die Vorleser" vielmehr darum, zu verdeutlichen, dass beide Moderatoren die Bücher vor ihren Zuschauern lesen würden - auch vorgelesen werden solle in der Sendung nicht unbedingt, so das ZDF.
Den titelgebenden Imperativ der Vorgängersendung "Lesen!" dagegen hatte man immer wörtlich nehmen dürfen: Deren Moderatorin Elke Heidenreich gefiel sich so sehr in der Rolle der Buchtipps gebenden besten Freundin ihrer Zuschauer, dass die Buchbranche beinahe kollektiv in Panik geriet, als "Lesen!" im Herbst 2008 nach einem Streit Heidenreichs mit dem ZDF ins Internet umziehen musste.
ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut sagte, Fried und Mangold seien zwei Gesichter, "die engagiert und glaubwürdig Lust auf Lesen machen werden". "Die Vorleser" wird im Hamburger Hafen aufgezeichnet und soll sechs- bis achtmal im Jahr ausgestrahlt werden.
Amelie Fried, geboren 1958, moderiert seit 1998 zusammen mit dem "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die Talkshow "3
nach 9" . Außerdem hat sie Unterhaltungsromane wie "Traumfrau mit Nebenwirkungen" geschrieben.
Ijoma Mangold (Jahrgang 1971) war Literaturredakteur der "Süddeutschen Zeitung" und wechselte im April 2009 ins Feuilleton der "Zeit".
sha/ddp
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