Von Henryk M. Broder
Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, hat der britische Schriftsteller G. K. Chesterton ("Pater Brown") mal gesagt, würden sie nicht an nichts glauben, sondern "allen möglichen Unsinn". Ein Satz, dessen Richtigkeit man täglich erleben kann.
Aufgeklärte Menschen, die Gott für einen tschechischen Schlagersänger halten, glauben fest an die Klimakatastrophe und nehmen begeistert an den Feldgottesdiensten von attac und Robin Wood teil. Sie kämen aber nie auf den Gedanken, zum Beispiel den Wallfahrtsort Maria Vesperbild in Bayern zu besuchen, wo Wilhelm Imkamp an jedem Sonn- und Feiertag zum Gebet einlädt.
Der Prälat, 1951 am Niederrhein geboren, 1976 zum Priester geweiht, ist nicht nur promovierter Dogmenhistoriker und Mitglied der Päpstlichen Theologenakademie, er ist auch der Dandy unter den Gottesdienern. Immer gut gelaunt und elegant angezogen, streitet er sich gerne mit Atheisten und Agnostikern, aber auch mit christlichen Sektierern.
Imkamp teilt aus und steckt ein, nimmt aber nicht übel. Jetzt hat er eine Sammlung seiner Predigten veröffentlicht. Schon der Titel zeigt, dass er mit beiden Füßen fest auf dem Boden der Wirklichkeit steht, während er den Blick zum Himmel hebt: "Fit für die Ewigkeit".
Das sind natürlich nur die wenigsten Menschen, die meisten haben keine Ahnung vom Leben nach dem Tode, der "After-Life-Party". Und an die richtet sich Imkamp, indem er ihnen die Grundbegriffe des Glaubens wie Himmel, Hölle und Fegefeuer erklärt, dazu auch die Bedeutung der Jakobsmuschel und die Regeln der Privatisierung und Globalisierung zur Zeit des Römischen Reiches.
Anders als moderne Theologen, die das Gemeinsame betonen, setzt er auf Unterschiede und Besonderheiten. Die Idee der Dreifaltigkeit nennt er "die 'Haute Couture' des Monotheismus" und ist mit Joseph Ratzinger einer Meinung, dass die "innere Logik des christlichen Glaubens" über den "bloßen Monotheismus" hinausgeht.
Soll heißen: Das Christentum ist nur bedingt eine monotheistische Religion. Und Jesus ist "nicht der gute Kumpel", der die Menschen "in die Beliebigkeit" begleitet.
"Gott verlangt Unterwerfung!" Das sind klare Worte, sie gelten nicht nur in der Kirche, sondern auch auf dem Campingplatz. "Es gibt keinen Urlaub von Gott oder ohne Gott; echten Urlaub, wirkliche Ruhe und Entspannung gibt es nur in und mit Gott."
Imkamps kleines Buch taugt auch als Reise- und Ferienlektüre, für Gläubige wie für Häretiker. Es muss ja nicht immer Pater Brown sein.
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Der Sack Reis ist wichtiger - wenn Ratzinger umfällt, hungert keiner. mehr...
Was gibt es im Zusammenhang mit diesem Artikel zu diskutieren? Ober braucht Broder nur ein paar Klicks mehr? mehr...
Und dazu die roten Schuhe von Josef Ratzinger und das Getue. Ratzinger hat rote Schuhe ? Das is doch cool ~ so'ne Art " Michl Jackson " Und hat nicht Bowie schon gesungen: " put on your red shoes and dance de' [...] mehr...
Wer will, darf sich gern unterwerfen. In einer Demokratie ist Unterwürfigkeit ja Standard, oder wie war das? Ich glaube auch nicht an die Klimakirche und Attac und Robin Wood sind mir zu durchsichtig gesteuert. Erst recht glaube [...] mehr...
wer in der heutigen, doch mehr und mehr aufgeklärten Zeit noch an den Spuk der Kirche glaubt - ein Spuk, der sich seit mehr als 1500 Jahren nicht nennenswert geändert hat - kann nur ein Narr oder Opportunist sein. Mal ehrlich, wo [...] mehr...
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