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08.10.2009
 

Überraschende Auszeichnung

Literaturnobelpreis für deutsche Schriftstellerin Herta Müller

Literaturnobelpreis 2009: Herta Müller
Fotos
DPA

Sensationelle Ehrung für eine Außenseiterin: Die Deutsche Herta Müller erhält den Nobelpreis für Literatur. Das Komitee ehrt sie für ihre Werke, in denen sie "Landschaften der Heimatlosigkeit" gezeichnet habe - die 56-Jährige gilt als Chronistin des Alltagslebens in der Diktatur.

Hamburg/Stockholm - Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an die deutsche Schriftstellerin Herta Müller. Das gab das schwedische Nobelpreiskomitee am Donnerstag in Stockholm bekannt. Müller habe "mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit" gezeichnet, hieß es in der Würdigung. Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotiert.

Als Höhepunkt des Werks von Herta Müller gilt der erst im Sommer 2009 erschienene Roman "Atemschaukel". Darin schildert sie die Leiden eines Gefangenen in einem sowjetischen Lager.

Herta Müller ist eine Chronistin des Alltagslebens in der Diktatur, die ihre Kindheit in Rumänien als Schule der Angst durchlebt hat und davon in ihren Werken beredt und bedrückend Zeugnis ablegt. Seit Anfang der neunziger Jahre und der Übersetzung ihrer Werke in mehr als 20 Sprachen gehört Müller mit Büchern wie "Der Fuchs war damals schon ein Jäger", "Herztier" und "Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet" zu den wichtigen Autoren im internationalen Literaturbetrieb.

Das Lebenswerk der heute 56-Jährigen deutsch-rumänischen Autorin zeugt von schmerzhaften Erinnerungen an eine düstere Vergangenheit unter dem Ceausescu-Regime, dem die im seinerzeit deutschsprachigen Banat geborene Autorin erst 1987 entkommen konnte, als sie zusammen mit ihrem damaligen Mann Richard Wagner die Ausreise beantragte und nach Deutschland ausreiste.

Herta Müller wurde am 17. August 1953 in Nitzkydorf im Kreis Temeschwar in Rumänien geboren. Nach den Eingriffen der Zensur in ihr erstes Buch und wiederholten Verhören und Hausdurchsuchungen verließ Müller ihre Heimat und siedelte in das damalige West-Berlin über. Schon 1984 war im Westen ihr Erzählband "Niederungen" erschienen.

Der später folgende Prosaband "Reisende auf einem Bein" entstand 1989 bereits in West-Berlin und spiegelt das Fremdsein in der neuen Heimat wider. Der Alltag in einem totalitären System ist Thema ihres Romans "Der Fuchs war damals schon der Jäger" (1992). "Herztier" (1994) beschreibt das Leben der Oppositionellen in Rumänien. 2003 veröffentlichte sie einen Essay-Band mit dem Titel "Der König verneigt sich und tötet" und 2005 die Text-Bild-Collagen "Die blassen Herren mit den Mokkatassen".

Müller erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis, den Würth-Preis für Europäische Literatur und 2006 den Walter-Hasenclever-Literaturpreis. Seit 1995 ist Herta Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Mit ihrem aktuellen Roman "Atemschaukel" steht sie auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, der in der kommenden Woche bei der Frankfurter Buchmesse verliehen wird.

Unter den Favoriten für den Literaturnobelpreis galt sie anders als Langzeit-Kandidaten wie Thomas Pynchon, Philip Roth oder gar Bob Dylan als Außenseiterin. Doch wie schon im Jahr 2008, als der Franzose Jean-Marie Le Clézio ausgezeichnet wurde, lagen die Londoner Buchmacher auch im Fall Müllers verdächtig richtig: Das Wettbüro Ladbrokes hatte die Autorin am Donnerstagvormittag neben dem Israeli Amos Oz auf Platz eins der Favoritenliste geführt.

Die letzten deutschsprachigen Literaturnobelpreisträger waren bislang Günter Grass im Jahr 1999 und Elfriede Jelinek 2004 gewesen.

Müller ist die zwölfte Frau, die mit dem Literaturnobelpreis geehrt wird.

sha/dpa

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21.10.2009 von IB_31: Ansichtssache.....

Das ist Ihre Ansicht, es gibt Leute, die das völlig anders sehen. Ihre aber auch nicht ! ---Zitat--- Aber nochmal, Literatur hat viel mit Sprache zu tun, aber die Sprache ist nur das Transportmittel der Gedanken. [...] mehr...

21.10.2009 von Kryoniker:

Moment mal, hier sollten wir schon unterscheiden: Wenn ich für mich entscheide, daß mir eine gewisse Sprache einfach nicht zusagt, so habe ich diese Wertung für mich und nur für mich vorgenommen und nicht für andere. Ich wäre [...] mehr...

21.10.2009 von Nachtschwester Ingeborg:

Vielleicht, weil es immer schon darum ging? ---Zitatende--- Nein, "Sprachkunst" ist lediglich das Handwerk, nicht mehr und auch nicht weniger, diese hat mit Literatur nicht zwingend etwas zu tun. Zudem ist es auch [...] mehr...

21.10.2009 von Kryoniker:

Vielleicht, weil es immer schon darum ging? Wer Sprachkunst kultiviert, merkt schon früh genug, daß sie nie zum Selbstzweck pervertieren darf, da mache ich mir ehrlich gesagt keine Sorgen und denke mit Freuden an Rudyard [...] mehr...

21.10.2009 von Nachtschwester Ingeborg:

Weshalb sollte ein Literaturnobelpreis wegen des Faktors "Sprachkunst" vergeben werden? Natürlich geht es dabei um das Gesamte das ein Werk ausmacht, also die Themen, wie sie behandelt werden, den Ausdruck und vieles [...] mehr...

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