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16.10.2009
 

Streit um "Prozeß"-Handschrift

Israel fordert von Deutschland Kafka-Manuskript

Franz Kafka, etwa 1910: Wem gehört der Nachlass?Zur Großansicht
Getty Images

Franz Kafka, etwa 1910: Wem gehört der Nachlass?

Streit um einen der berühmtesten Romane des 20. Jahrhunderts: Die israelische Nationalbibliothek fordert Kafkas "Prozeß" zurück - bislang war das Deutsche Literaturarchiv stolzer Besitzer der zwei Millionen Dollar teuren Handschrift.

Hamburg/Tel Aviv - Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach soll das Originalmanuskript von Franz Kafkas berühmtem Roman "Der Prozeß" an Israel zurückgeben. Dies würde eine andauernde historische Ungerechtigkeit korrigieren, zitiert die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Freitag den Direktor der israelischen Nationalbibliothek, Schmuel Har Noy. Die Forderung soll in der kommenden Woche offiziell der deutschen Seite übergeben werden.

Israel hat aus Sicht von Har Noy einen Rechtsanspruch auf das Manuskript, das 1988 für rund zwei Millionen Dollar vom Marbacher Archiv erworben worden war. Die Originalhandschrift sei gegen den letzten Willen des Kafka-Weggefährten Max Brod verkauft worden. In dessen Besitz hatte sie sich nach Kafkas Tod befunden. Zudem habe Brods Erbin Esther Hoffe mit dem Verkauf gegen ein israelisches Gesetz verstoßen, wonach bedeutsame Schriftwerke nicht außer Landes gebracht werden dürfen.

Vor seinem Tod 1924 hatte Franz Kafka seinen Freund Max Brod gebeten, seine Werke zu verbrennen. Dieser brachte sie jedoch zur Veröffentlichung - und Kafka erlangte posthumen Weltruhm. Brod musste 1939 vor den Nationalsozialisten aus Prag nach Israel fliehen. In einem Koffer hatte er die Werke von Franz Kafka. Nach Brods Tod 1968 gingen die Hinterlassenschaften an seine ehemalige Sekretärin.

Die verkaufte einen Teil der Texte, darunter 1988 die "Prozeß"-Handschrift, einen anderen Teil bewahrte sie in Safes in Israel und der Schweiz auf. Nach ihrem Tod im Jahr 2007 erbten ihre Töchter Ruth und Eva auch den Kafka-Nachlass.

Die beiden allerdings können ihr gesamtes Erbe - das auch Geld in Millionenhöhe, Immobilien und Schmuck umfasst - nicht antreten. In Tel Aviv wird derzeit ein Prozess um weitere Teile von Kafkas Nachlass geführt. Die israelische Nationalbibliothek kämpft um die Rechte an unbekannten Texten des Schriftstellers. Damit soll verhindert werden, dass die Erbinnen weitere Originalpapiere ins Ausland verkaufen. Im Nachlass wird neben Briefwechseln und Zeichnungen auch das Manuskript zu Kafkas "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande" vermutet.

Kafka, der in Prag aufgewachsen war, entstammte einer jüdischen Familie und schrieb deutsch. Sein Roman "Der Prozeß" schildert wie kein anderes Buch, wie ein Individuum, in diesem Fall Josef K., einer undurchschaubaren staatlichen Macht ausgeliefert ist.

sha/dpa

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12.02.2012 von pcpero: in diesem Sinne

Hierzu passt m. M. n.: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenter stieg und verschwand." v. Jonas Jonasson. Stand auch schon auf der Bestsellerliste des Spiegel. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und [...] mehr...

29.01.2012 von coisalouca: Lesenswert!

Ich verschlinge alles von John Irving und warte schon sehnsüchtig auf sein neues Buch, das im Mai kommt. Besonders gut udn empfehlenswert: The New Hampshire Hotel Owen Meany The Cider House Rules Genial! mehr...

27.01.2012 von sophistocat:

Übersetzungen sind nie so gut wie das Original, sagt die Binse, und die hat zuweilen doch recht. Ist mir aufgefallen bei den Übersetzungen der Romane von T. C. Boyle. Die sind sogar sehr gut, aber im Deutschen ist es schlicht [...] mehr...

26.01.2012 von sophistocat:

Ach... das ist aber umständlich. Man legt einfach irgend ein Lesezeichen in den Anhang (den Kassenzettel vom letzten Einkauf, die Stellenanzeige, auf die man sich bewerben wollte oder den Wisch mit dem 4-stelligen Zahlencode [...] mehr...

26.01.2012 von sinta:

Ja - irgendwie blöd mit den Anhängen, aber oft so hilfreich. Für mich habe ich die Lösung gefunden: ich kopiere den Anhang, mir ist das vor- und zurückblättern einfach zu lästig. mehr...

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