Hamburg - Der Schweizer Schriftsteller Martin Suter ("Ein perfekter Freund", "Der letzte Weynfeldt") fordert seine Landsleute auf, bei der eidgenössischen Volksabstimmung am 29. November "ja zu sagen zum Verbot von Waffenexporten". Damit hätte das Land "die Chance", etwas gegen das "beschädigte Image" der Schweiz zu tun, sagte Suter in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Die nationale Identität leide "schon lange" – unter etlichen Affären und Skandalen von den Holocaust-Geldern bis zur Verhaftung Roman Polanskis.
Suter, 61, der mit seiner Familie überwiegend in Guatemala und auf Ibiza lebt, will offenbar wieder in seinen Geburtsort Zürich zurückziehen: "Der Plan reift in mir und meiner Frau, seit wir vor drei Jahren unsere beiden Kinder adoptiert haben." Vor drei Monaten starb Suters dreijähriger Sohn Antonio bei einem tragischen Unglücksfall, zu dem sich Suter nun im SPIEGEL zum ersten Mal äußerte: "Sein Tod hat alles verändert. Die Lebensfreude, die Unbeschwertheit von früher sind weg. Ich muss jeden Tag neu mit den Gedanken an diesen Tod aufstehen und zu Bett gehen. Es heißt, das Leben gehe weiter. Aber das stimmt nicht. Man tut nur so, als ginge es weiter. In Wahrheit kreist es um sich selbst und den immer gleichen Moment."
Schwere Vorwürfe machte Suter "den notorischen journalistischen Grabplünderern des Verlagshauses Ringier, die nicht einmal davor zurückschreckten, ein Erinnerungsfoto meines Kindes auf dem Friedhof abzugreifen".
hpi
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