Karin Slaughter: Der Name ist Programm und dabei doch völlig echt. Die US-amerikanische Thriller-Autorin verleiht ihrem Faible für Gewalt in ihren blutigen Romanen Ausdruck, die sich bisher weltweit mehr als 13 Millionen Mal verkauft haben. Die morbide Leidenschaft hat sich Slaughter von ihrer Mutter und ihrer Großmutter abgeschaut, regelmäßigen Leserinnen des "True Crime"-Magazins, eines Hefts prall gefüllt mit Verbrechen und Sex.
Besonders das psychologische Element interessiert die 38-jährige Schriftstellerin: Was passiert im Kopf, wenn ein scheinbar ganz normaler Mensch zum Mörder, Vergewaltiger oder gar zu beidem wird? Mit der Gewalt, die Slaughter in ihren Büchern beschreibt, versucht sie nach eigener Aussage einen Dialog über diese Gewalt und deren Ursachen zu eröffnen: "Vielleicht können wir ja helfen, sie zu verhindern, wenn wir sie verstehen."
Seit Slaughters insbesondere wegen der drastischen Gewaltdarstellung viel diskutiertem Debüt "Blindsighted" aus dem Jahr 2001 (auf Deutsch 2003 als "Belladonna" bei Wunderlich erschienen) hat sie neun weitere Romane geschrieben. Am bekanntesten ist die auf dem Debüt aufgebaute Grant-County-Reihe um den fiktionalen Ort Heartsdale, Georgia.
Ihr gerade in die Taschenbuch-Bestsellerliste eingestiegener Roman "Verstummt" (Originaltitel: "Triptych") spielt in Atlanta, Georgia, wo Slaughter wohnt. Als Stadtführer eigne sich das Buch nicht, sagt sie, was in den Ohren der Leser nur wie eine Empfehlung klingen kann.
Zu Beginn des Romans wird eine ermordete Prostituierte inmitten einer Blutlache aufgefunden, ihre Zunge wurde herausgeschnitten. Weil offenbar ein Serienmörder am Werk ist, muss Detective Michael Ormewood vom Atlanta Police Department bei der Suche nach dem Täter mit Special Agent Will Trent zusammenarbeiten, dem er nicht über den Weg traut.
Schon bald wird klar: Die Ermittler hängen viel tiefer in dem Fall, als es zunächst den Anschein hat. Parallel erzählt Karin Slaughter die Geschichte des frisch entlassenen Häftlings John Shelly, der wegen einer ähnlichen Tat im Gefängnis saß - doch hat er auch diesen Mord begangen? Ein psychologisches Verwirrspiel beginnt, bei dem der Leser schon bald jede der Figuren in Frage stellt.
Ingo Schiweck, buchreport
Karin Slaughter, Verstummt, 528 S., 9,95 Euro, Blanvalet.
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Übersetzungen sind nie so gut wie das Original, sagt die Binse, und die hat zuweilen doch recht. Ist mir aufgefallen bei den Übersetzungen der Romane von T. C. Boyle. Die sind sogar sehr gut, aber im Deutschen ist es schlicht [...] mehr...
Ach... das ist aber umständlich. Man legt einfach irgend ein Lesezeichen in den Anhang (den Kassenzettel vom letzten Einkauf, die Stellenanzeige, auf die man sich bewerben wollte oder den Wisch mit dem 4-stelligen Zahlencode [...] mehr...
Ja - irgendwie blöd mit den Anhängen, aber oft so hilfreich. Für mich habe ich die Lösung gefunden: ich kopiere den Anhang, mir ist das vor- und zurückblättern einfach zu lästig. mehr...
Jaja, die Übersetzung von Matthias Jendis. Man hat jetzt wirklich schon viele Lobeshymnen drüber gehört, sie ist wirklich von geschliffenem Deutsch und bemüht sich offenbar sehr, den Originalton Melvilles bestmöglich zu [...] mehr...
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