Ihre Charaktere neigten mehr dazu, darüber nachzudenken, woher sie kommen und wohin sie gehen, als es vielleicht typisch sei, meint Stephenie Meyer. Die 36-jährige Erfolgsautorin ist Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der größten mormonischen Gemeinschaft der USA.
Neben dem Nachdenken über das Woher und Wohin hat der Glaube der dreifachen Mutter auch sexuelle Prüderie in ihre Bücher gebracht. So will Vampir Edward Cullen in "Bis(s) zum Abendrot", dem dritten Teil der vierbändigen "Bis(s)"-Vampirreihe, mit der College-Studentin Bella Swan erst schlafen, wenn die beiden geheiratet haben.
Stephenie Meyer
Ansonsten geht es aber hoch her in dem 640-Seiten-Werk der bekennenden Angsthäsin Meyer: So will die Vampirin Victoria an Edward Rache nehmen und plant deswegen, Bella zu töten. Um die Gegner zu bekämpfen, schließen sich die Cullens mit den Werwölfen um Jacob zusammen. Dieser versucht im weiteren Verlauf, Bella davon zu überzeugen, dass er die bessere Wahl als Edward sei. Als Jacob aber erfährt, dass Bella Edward liebt, droht er damit, sich im Kampf töten zu lassen. Um ihn daran zu hindern, küsst Bella Jacob.
Die Idee zu ihrem ersten Millionenseller, "Bis(s) zum Morgengrauen", kam Stephenie Meyer 2003 im Schlaf. Sie träumte von einem unscheinbaren Mädchen, das sich auf einer Waldlichtung mit einem attraktiven Vampir trifft, um über Beziehungsprobleme zu sprechen. Meyer, damals noch Literaturstudentin, setzte sich hin, dachte sich Bella und Edward aus und strickte eine Geschichte um die beiden herum. Ihre Agentin schloss mit dem Verlag "Little, Brown" einen 750.000-Dollar-Vertrag über drei Bücher ab. Meyer hatte auf 10.000 Dollar gehofft, um ihr Auto abbezahlen zu können. Bis heute sind von den "Bis(s)"-Büchern weltweit kaum fassbare 86 Millionen Exemplare über die Ladentheken gegangen.
Ingo Schiweck, buchreport
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