Von Christoph Dallach
In Osamu Tezukas Geburtsstadt Takarazuka haben sie zu seinen Ehren ein Museum errichtet, auch auf Briefmarken ist er gewürdigt worden, und viele der Figuren, die er sich ausgemalt hat, sind als Spielzeug-Puppen verewigt. Kein Wunder: Tezuka, gestorben 1989, war der Walt Disney Japans, ein Comic-Künstler und Innovator, der in seiner Heimat bis heute als "Vater der Mangas", ja sogar als "Gott der Mangas" verehrt wird. Auf Kinder-Comics verstand er sich ebenso meisterhaft wie auf ernste Geschichten für Erwachsene, mit Trickfilmen setzte er ebenso Maßstäbe wie mit grafischen Romanen.
Außerhalb Japans dagegen war der Name Osamu Tezuka lange nur Spezialisten ein Begriff - obwohl auch dort Generationen von Comic-Fans mit seinen Figuren aufgewachsen sind: Serien wie "Kimba der weiße Löwe" oder "Astroboy" sind weltweit Klassiker, auch in Deutschland. Doch erst seit Mangas, die japanischen Comics, global massiv an Popularität zugelegt haben, werden auch die Manga-Schöpfer populär.
Düstere Geschichte für Erwachsene
Nun werden in Deutschland immer mehr Arbeiten aus Tezukas spektakulär umfangreichem Werk veröffentlicht, zum Beispiel der dreibändige Comic-Roman "Kirihito": eine ungewöhnliche, düster realistische Geschichte für Erwachsene, die in Japan schon vor 40 Jahren erschienen ist, aber nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Ein junger, aufstrebender Arzt forscht da einer rätselhaften Krankheit hinterher, die Menschen in hundeähnliche Wesen verwandelt und ihn schließlich selbst befällt. Obendrein dämmert ihm, dass er Opfer einer großangelegten Intrige ist.
Dass der medizinische Thriller so erstklassig gelungen ist, mag daran liegen, dass Tezuka ausgebildeter Arzt war. Doch auch grafisch ist das Werk meisterlich und unterstreicht, wie weit Tezukas Bildsprache seiner Zeit voraus war. Mehr als 700 Mangas veröffentlichte er insgesamt, mit einem Umfang von mehr als 150.000 Seiten.
Die Entdeckungsreise in sein Werk kann also noch lange weitergehen.
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Reine Taktik, denn zeichnerisch ist Osamu Tezuka nicht so der Hit. Der unsaubere, schmierige Stil ist nicht so mein Fall. mehr...
Jupp. Habe ich auch gedacht... mehr...
Ein Kurzbericht über einen Comic-Künstler und dann keine Bilder? Aah, man kann ja nebendran sein Buch bestellen. Direkt im SPIEGEL-Shop, soso. Ich finde ja in einem Nachrichtenmagazin sollten journalistischer Teil und Werbung [...] mehr...
... ist man halt kulturell noch immer sehr stark an Amerika orientiert. Der europäische Weg sollte aber eine Mischung aus West und Ost sein mit nationalem Eigencharakter. mehr...
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