Für acht von zehn Deutschen verkörpert Helmut Schmidt ein Deutschland, wie sie es sich wünschen. Das hat jedenfalls eine TNS-Umfrage ergeben, die vor kurzem im Auftrag des SPIEGEL erstellt wurde. Obwohl der Altkanzler oft in völliger Ignoranz von Rauchverboten und der Anwesenheit anderer Menschen in der Öffentlichkeit eine Zigarette nach der anderen raucht, ist er außerordentlich beliebt.
Auf seine Rauchgewohnheiten angesprochen, hat er seinem "Zeit"-Kollegen Giovanni di Lorenzo in einem Interview gesagt: "Politiker sollen auf ihrem Felde Vorbild sein, aber nicht auf sämtlichen Feldern menschlichen Lebens. Das ist zu viel verlangt." Nachlesen kann man das in dem Büchlein "Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt".
Darin sind die Kurzinterviews versammelt, die Chefredakteur di Lorenzo einmal die Woche mit dem einstigen SPD-Kanzler für die letzte Seite des "Zeit Magazins" führte. Die inzwischen eingestellte Interviewreihe ist bereits als Hardcover ein Bestseller und wird es nun als Taschenbuch ebenfalls.
Der Erfolg dürfte in den kurzen Lesehäppchen und im Ton der Antworten begründet liegen. Wenn der bekennende Expressionismus-Fan Schmidt beispielsweise gefragt wird, ob er mit der Kunst eines Joseph Beuys etwas habe anfangen können, lautet die schlichte Antwort: "Nein." Auf Nachfrage des Interviewers, warum das so sei, folgt ein ebenso schlichtes "Weiß ich nicht".
Die inhaltliche Bandbreite der Gespräche reicht von globaler Wirtschaftspolitik bis zu halbprivaten Anekdoten. Stets getragen vom bissigen Wortwitz des Pragmatikers Schmidt: "In jedem Land der Welt kommt es vor, dass Entscheidungen notwendig sind, die den eigenen Wählern nicht einleuchten", sagt er an einer Stelle. Ein anderes Mal plaudert er amüsante Details aus, etwa dass einst Franz Josef Strauß seine Ehefrau Loki am Po betatscht habe.
Ingo Schiweck, buchreport
Helmut Schmidt, Giovanni DiLorenzo:
Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt.
Kiepenheuer & Witsch; 301 Seiten; 8,95 Euro.
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Ich verschlinge alles von John Irving und warte schon sehnsüchtig auf sein neues Buch, das im Mai kommt. Besonders gut udn empfehlenswert: The New Hampshire Hotel Owen Meany The Cider House Rules Genial! mehr...
Übersetzungen sind nie so gut wie das Original, sagt die Binse, und die hat zuweilen doch recht. Ist mir aufgefallen bei den Übersetzungen der Romane von T. C. Boyle. Die sind sogar sehr gut, aber im Deutschen ist es schlicht [...] mehr...
Ach... das ist aber umständlich. Man legt einfach irgend ein Lesezeichen in den Anhang (den Kassenzettel vom letzten Einkauf, die Stellenanzeige, auf die man sich bewerben wollte oder den Wisch mit dem 4-stelligen Zahlencode [...] mehr...
Ja - irgendwie blöd mit den Anhängen, aber oft so hilfreich. Für mich habe ich die Lösung gefunden: ich kopiere den Anhang, mir ist das vor- und zurückblättern einfach zu lästig. mehr...
Jaja, die Übersetzung von Matthias Jendis. Man hat jetzt wirklich schon viele Lobeshymnen drüber gehört, sie ist wirklich von geschliffenem Deutsch und bemüht sich offenbar sehr, den Originalton Melvilles bestmöglich zu [...] mehr...
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