"Welch Anmut verströmt dagegen unser heimisches Eichhörnchen. Im Gegensatz zu seinen transatlantischen Vettern trägt es auch keinen aschgrauen, sondern einen schicken roten Hörnchenpelz." Nein, dieses Zitat stammt nicht aus dem Nachschlage-Klassiker "Brehms Thierleben", sondern aus Sebastian Schnoys neuestem Buch.
Der 41-jährige Kabarettist und Bestsellerautor ("Smørrebrød in Napoli") behandelt in "Heimat ist, was man vermisst" bei allen witzigen Bemerkungen eine wesentliche Frage: Was ist Heimat und was bedeutet sie dem Menschen?
Als Schnoy zum Schreiben einen längeren Urlaub im sonnenverwöhnten Florida machte und ihn seine Freundin aus Hamburg anrief, um von dem Igel im herbstlichen Garten zu berichten, da setzte bei dem studierten Historiker das "erste Heimweh seit dreißig Jahren" ein. "Ich wusste erstmals seit Langem, wo ich hingehörte und was ich vermisste" - unter anderem eben den Igel und auch das zierlich-attraktive deutsche Eichhörnchen.
Auf Dauer mache es unglücklich, kein bestimmbares Heimatgefühl und keine nationale Identität zu haben, denn sie seien elementar für die Persönlichkeitsbildung, für die innere Verortung, schreibt Schnoy. "Mit diesen Wurzeln zieht man in die Welt, lebt in anderen Ländern, lernt ihre Sprachen." Ohne definiertes "Woher" könne es auch kein "Wohin" geben.
Ein gutes Beispiel für die Problematik erlebte er einst in Irland. Mit seiner damaligen Irish-Folk-Band The Roving Bottles wurde er gebeten, ein deutsches Lied zum Besten zu geben. Unter härtestem Druck - der Wirt drohte, die Alkoholversorgung einzustellen - fiel den deutschen Musikern nur "Hänschen klein" ein, was Schnoy bedrückte.
In "Heimat ist, was man vermisst" reist der "Guido Knopp des Kabaretts" in den Harz und stellt Betrachtungen übers Spazierengehen an, die deutsche Sprache sowie über "das Ende der Ideologien".
Ingo Schiweck, buchreport
Sebastian Schnoy: Rowohlt Taschenbuch Verlag; 221 Seiten; 9,95 Euro.Buchtipp
Heimat ist, was man vermisst
Eine vergnügliche Suche nach dem deutschen Zuhause.
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Übersetzungen sind nie so gut wie das Original, sagt die Binse, und die hat zuweilen doch recht. Ist mir aufgefallen bei den Übersetzungen der Romane von T. C. Boyle. Die sind sogar sehr gut, aber im Deutschen ist es schlicht [...] mehr...
Ach... das ist aber umständlich. Man legt einfach irgend ein Lesezeichen in den Anhang (den Kassenzettel vom letzten Einkauf, die Stellenanzeige, auf die man sich bewerben wollte oder den Wisch mit dem 4-stelligen Zahlencode [...] mehr...
Ja - irgendwie blöd mit den Anhängen, aber oft so hilfreich. Für mich habe ich die Lösung gefunden: ich kopiere den Anhang, mir ist das vor- und zurückblättern einfach zu lästig. mehr...
Jaja, die Übersetzung von Matthias Jendis. Man hat jetzt wirklich schon viele Lobeshymnen drüber gehört, sie ist wirklich von geschliffenem Deutsch und bemüht sich offenbar sehr, den Originalton Melvilles bestmöglich zu [...] mehr...
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