A bis Z Das Bush-Analphabet

Mit George W. Bush stößt Amerika in neue rhetorische Dimensionen vor. Der neue Mann im Weißen Haus spricht aus, was nie ein Mensch zuvor gesagt hat. Zum Beispiel: "I understand small business growth. I was one." ("Ich verstehe etwas vom Wachstum kleiner Unternehmen. Ich war eins.")

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Während es einem ehemaligen US-Vizepräsidenten noch die politische Karriere verhagelte, als er das Wort potato (Kartoffel) falsch buchstabierte - nämlich mit einem überflüssigen "e" am Ende -, wurde Bush trotz unzähliger Äußerungen wie "Rarely is the question asked: Is our children learning?" ("Selten wird die Frage gestellt, lernt unsere Kinder?") im Jahr 2000 ins höchste politische Amt der Vereinigten Staaten gewählt.



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Die verqueren Äußerungen des amtierenden US-Präsidenten, seine Versprecher und die teils völlig unsinnigen Aussagen füllen mittlerweile ganze Bücher. Zu den eifrigsten Sammlern der so genannten Bushisms gehören Jacob Weisberg und Bryan Curtis. Auf der Website des Politmagazins "Slate" veröffentlichen die beiden eine täglich aktualisierte Bushism-Liste. Weisberg hat seine gesammelten Bushisms vor einigen Wochen als Buch veröffentlicht: "George W. Bushisms: The Slate Book of Accidental Wit and Wisdom of Our 43rd President." Der Veröffentlichungstermin für die Fortsetzung ist bereits bekannt. Am 3. Dezember soll "More George W. Bushisms" erscheinen.

Veröffentlichung des US-Politmagazins "Slate": "The accidental wit and wisdom of our 43rd Predident". Zusammengestellt von Jacob Weisberg

Veröffentlichung des US-Politmagazins "Slate": "The accidental wit and wisdom of our 43rd Predident". Zusammengestellt von Jacob Weisberg

Kenner unterscheiden mindestens vier Kategorien von Bushisms:
- simple Versprecher,
- grammatikalisch falsche Sätze,
- völlig unlogische Aussagen,
- und komplettes Kauderwelsch (das weder auf Deutsch noch auf Englisch zu verstehen ist).

Der amerikanische Politikwissenschaftler Arthur M. Hanhardt Jr., der für SPIEGEL ONLINE eine unlängst veröffentlichte Studie über Bushs Sprachstörung und deren Folgen rezensiert hat, kommt zu einem vernichtenden Urteil über den Zustand der amerikanischen Demokratie: Nicht das Kauderwelsch des Präsidenten sei das eigentliche Problem, sondern die Tatsache, dass George W. Bush überhaupt von irgend jemandem für "presidential material", für präsidentenfähig, erachtet worden sei.

Einen Rest Hoffnung hat Hanhardt indes noch. Wenn man über Fehlbesetzungen im Weißen Haus rede, dürfe man nicht den Fall von Harry Truman vergessen. "Wie viele am College dachte ich als Jugendlicher, dass Truman, gemessen an Franklin D. Roosevelt, dem Präsidentenamt nicht gewachsen sein würde. Aber er war es doch. Er entpuppte sich als guter Präsident, der eine Menge wichtiger politischer Weichenstellungen vornahm", sagt Hanhardt. Er glaube zwar nicht, dass es auch im Fall George W. Buch eine solche Entwicklung geben könnte: "Nichtsdestoweniger: Die Geschichte schreibt merkwürdige Geschichten."

Hinweis: Eine exakte Übersetzung der Äußerungen von US-Präsident George W. Bush ist in vielen Fällen nicht möglich, weil die logischen und grammatikalischen Fehler in den Sätzen nur näherungsweise oder gar nicht ins Deutsche übertragen werden können. Wir haben uns bemüht, den "Sinn" der Originalzitate so genau wie möglich wiederzugeben.

Die Bushisms sind zum großen Teil einer Zitatsammlung der Autoren Jacob Weisberg und Bryan Curtis entnommen. Zahlreiche Äußerungen stammen aus Texten von Nachrichtenagenturen.



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