"Sterben für Fortgeschrittene", "Warum war Jesus nicht rechtsschutzversichert?", "Wenn die Keuschheit im Bordell verpufft", "Als Opa Sondermüll wurde", "Kabarett über alles. Außer Tiernahrung": Mit den Namen seiner Programme provoziert der Kabarettist Werner Koczwara. Im Vergleich dazu kommt "Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt" recht harmlos daher.
Den Nerv der Zuhörer hat Koczwara mit dem Thema aber auf jeden Fall getroffen. Im Jahr 2000 erstmals auf die Bühne gebracht, ist es mittlerweile das nach eigenen Angaben meistgespielte Programm des deutschsprachigen Kabaretts: Innerhalb von zwölf Jahren stehen mehr als 1000 Aufführungen zu Buche. Aber nicht nur in Bühnen-, auch in Buchform erfreut sich "Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt" großer Beliebtheit.
Die Deutschen haben Ordnung in ihr Leben gebracht. Eine derartige Fülle an Gesetzen und Paragrafen wie hierzulande gibt es in keinem anderen Teil der Welt, weiß Koczwara - und zitiert daraus ausgiebig: Die Eheschließung bei Bewusstlosigkeit (§ 1314 BGB) ist ebenso geregelt wie das vorschriftsmäßige Anbringen von Warndreiecken bei Trauer-Prozessionen (§ 27 StVO). Außerdem steht fest: "Stirbt ein Beamter während einer Dienstreise, so ist die Dienstreise beendet" (Reisekostenrecht des Landes Niedersachsen). Und: "Als U-Bahnen gelten auch Straßenbahnen, die nicht Seilbahnen sind" (§ 4 Personenbeförderungsgesetz).
"Haben Sie Jura studiert?", ist eine der am häufigsten gestellten Fragen an den Kabarettisten. Nein, hat er nicht. Keinen einzigen Tag. Nach einem Amerikanistik-Studium widmete er sich dem Kabarett, war Chef-Autor für die ARD-Shows "Spott-light" und "Verstehen Sie Spaß?" sowie die "Harald-Schmidt-Show". Aber das juristische Kabarett, das hat Koczwara erfunden.
Christina Reinke, buchreport
Heyne; 160 Seiten; 8,99 Euro.
Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt.
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