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20. August 2014, 17:49 Uhr

Preiskampf im Buchhandel

Kulturstaatsministerin kritisiert Amazon scharf

Im Kampf gegen den Online-Giganten Amazon bekommen die Schriftsteller nun auch Unterstützung aus der Politik. Kulturstaatsministerin Grütters hat den Konzern kritisiert - und auch der Schriftstellerverband PEN droht mit weiteren Schritten.

Berlin - Der Konflikt um Onlinehändler Amazon schwelt weiter: Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Methoden des Konzerns auf dem deutschen Buchmarkt harsch kritisiert. "Marktmacht und die Herrschaft über zentrale Vertriebswege dürfen nicht dazu führen, dass unsere kulturelle Vielfalt gefährdet wird", erklärte die CDU-Politikerin.

Sie unterstützte damit ausdrücklich den Protestbrief von mehr als 1000 deutschsprachigen Autoren an die Amazon-Spitze um Jeff Bezos.

Es sei kulturpolitisch "nicht hinnehmbar", wenn der Streit des Onlinehändlers mit den Verlagen zulasten von Autoren und Lesern ausgetragen werde, sagte Grütters. "Wenn Titel aus Empfehlungslisten gestrichen und Lieferungen verzögert werden, um Rabattforderungen gegenüber Verlagen durchzusetzen, ist dies völlig inakzeptabel." Gerade wenn - wie beim Buch - ein Wirtschaftsgut zugleich auch Kulturgut sei, müsse besonders verantwortungsvoll gehandelt werden.

"Es sind durchaus noch weitere Schritte denkbar"

In den USA hatten zuletzt mehr als 900 Autoren einen offenen Brief an Bezos in der "New York Times" geschaltet, daraufhin schlossen sich auch deutsche Autoren mit einer Petition an. Unter den 100 Erstunterzeichnern des deutschen Schreibens sind Autoren wie Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Günter Wallraff, Ingrid Noll und John von Düffel. In markigen Worten kritisieren sie die Geschäftsmethoden des amerikanischen Unternehmens, unter anderem heißt es: "Amazon nimmt Autoren und ihre Bücher als Druckmittel her, um noch mehr Rabatte zu erzwingen."

Der Präsident des Schriftstellerverbands PEN Deutschland, Josef Haslinger, zeigte sich indes optimistisch: "Der Brief wird ernst genommen werden", sagte er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Der Konzern muss in der Buchbranche um sein Image bemüht sein, er hat ja in Europa einen Zukunftsmarkt, der bei Weitem nicht ausgeschöpft ist." Er drohte mit weiteren Schritten, um den Druck auf Amazon zu erhöhen: "Wenn Amazon meint, die Praxis beibehalten zu müssen, Autoren für nicht gelungene Geschäftsverträge in Geiselhaft zu nehmen, sind ja durchaus auch noch weitere Schritte denkbar."

Zuletzt war bekannt geworden, dass auch Disney mit Amazon um die Preisgestaltung seiner Artikel ringt. Unmittelbar vor den Verkaufsstarts von Disney-Filmen wie "Captain America" und "Maleficient - Die dunkle Fee" auf DVD und Blu-ray deaktivierte Amazon die Funktion für Vorbestellungen, um das Filmstudio unter Druck zu setzen.

mxw/dpa

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