Novelle "Später Ruhm" Verschollen geglaubtes Werk von Arthur Schnitzler entdeckt

Vor seinem Durchbruch verfasste Arthur Schnitzler die Novelle "Später Ruhm", sie galt bislang als verschollen. Doch zwei Germanisten haben das Werk des berühmten Wieners aufgespürt. Jetzt wird es erstmals veröffentlicht.

Schriftsteller Arthur Schnitzler (um 1920): "Scheint nicht übel gelungen"
Corbis

Schriftsteller Arthur Schnitzler (um 1920): "Scheint nicht übel gelungen"


Wien - Es geht um den Traum junger Literaten. Darum, allen Widerständen und Traditionen zu trotzen und es dennoch zum geachteten Schriftsteller zu bringen. "Später Ruhm" heißt das Werk, Autor ist der Schriftsteller Arthur Schnitzler. Er starb 1931 - und die Novelle galt seitdem als verschollen.

Doch wie nun bekannt wurde, haben zwei Germanisten des Wiener "Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Theorie der Biographie" das Typoskript 2013 in Großbritannien gefunden. Es war von der Sekretärin Schnitzlers getippt und mit einigen wenigen handschriftlichen Anmerkungen seines Sohnes versehen worden.

Schnitzler habe "Später Ruhm" im Jahr 1894 verfasst und damit ein Jahr vor der "Liebelei", die für Schnitzlers den Durchbruch bedeutet habe. Das sagte der Programmleiter des Wiener Zsolnay-Verlags, Herbert Ohrlinger. Am 17. Mai wird demnach das 160-Seiten-Werk "Später Ruhm" nun erstmals veröffentlicht.

In diesem "frühen Porträt der literarischen Bohème" werden dem Verlag zufolge die "Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar". Das Nachwort verfassten Wilhelm Hemecker und David Österle, sie erzählen darin unter anderem, wie die Novelle entstand und wie sie nach Cambridge gerettet werden konnte.

Schnitzler zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern, er lebte von 1862 bis 1931. Spätestens nach der "Liebelei" galt er als Skandalautor. In seinen Stücken gehe es zu wie im Bordell, hatte ihm damals ein Kritiker vorgeworfen. Mehr als 50 Jahre lang führte Schnitzler Tagebuch. Laut Zsolnay-Verlag notierte er darin über seine Novelle "Später Ruhm": "Scheint nicht übel gelungen. [...] Einige sehr gute Stellen."

aar/dpa



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