Aufbau-Insolvenz Traditionsverlag hat neuen Eigentümer

Die Insolvenz des renommierten Berliner Aufbau-Verlag erschütterte die Buchbranche. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse hat sich jedoch offenbar ein neuer Eigentümer für das Traditionshaus gefunden, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet.


Berlin/Hamburg - Wer lange sucht, wird endlich fündig. Der in die Insolvenz gegangene Berliner Aufbau- Verlag hat nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa einen neuen Eigentümer. Demnach werde das Haus von dem Berliner Kaufmann Matthias Koch erworben.

Ex-Aufbau-Verleger Lunkewitz: Suche nach einem Nachfolger scheint erfolgreich gewesen zu sein
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Einzelheiten dazu wurden bisher noch nicht bekannt, sollen am morgigen Dienstag allerdings auf einer Pressekonferenz mitgeteilt werden.

Das Insolvenzverfahren über den Verlag war vom Berliner Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus am 1. September offiziell eröffnet worden, nachdem der Verlag Ende Mai überraschend Insolvenz angemeldet hatte.

Hintergrund ist ein jahrelanger Rechtsstreit des Verlegers Bernd F. Lunkewitz mit der früheren Treuhandanstalt um die wirklichen Eigentumsverhältnisse beim Verkauf des Verlages nach der Wiedervereinigung.

Der bisherige Verleger Lunkewitz fordert vom Bund 50 Millionen Euro Schadenersatz, weil ihm die Treuhand den Verlag verkauft habe, ohne dessen Eigentümer zu sein, da er dem DDR-Kulturbund gehört habe. Darin war ihm der Bundesgerichtshof gefolgt.

Aufbau war seit seiner Gründung 1945 der bedeutendste Verlag der DDR. 2007 erwirtschaftete das Haus einen Umsatz von fast 15 Millionen Euro und beschäftigte zuletzt 60 Mitarbeiter.

Der Aufbau-Verlag und der SPIEGEL-Verlag sind gemeinsam an dem Hörbuchverlag DAV beteiligt.

tdo/dpa

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