Aus der Zauber Papst schlägt Potter

Zauberei? Nein, eine himmlische Fügung für den Buchmarkt! Bereits einen Tag nach seiner Wahl zum Papst hat Kardinal Ratzinger mit seinem jüngsten Buch Harry Potter von Platz eins der Amazon-Verkaufslisten vertrieben. Für Aufregung sorgt der Hogwarts-Schüler dafür in Tschechien: Dort kursiert der fünfte Band als Fälschung.


Erfolgstitel "Harry Potter and the Half-Blood Prince": Nur noch die Nummer zwei

Erfolgstitel "Harry Potter and the Half-Blood Prince": Nur noch die Nummer zwei

Heidnisches Zaubern und phantastischer Mythenmix waren gestern. Heute dominiert christliches Gedankengut die Bücher-Charts. Wie der Internet-Buchhändler Amazon mitteilte, hat das aktuelle Buch des gestern zum Papst gewählten Kardinals Ratzinger das neue Harry-Potter-Abenteuer von der Spitze der Verkausfsliste vertrieben.

Am Dienstagnachmittag sei das Ratzinger-Buch "Das Salz der Erde" noch nicht einmal unter den Top 100 gewesen. Ratzinger belegt nun die ersten vier Plätze auf der Liste der in den vergangenen 24 Stunden meistverkauften Titel. Sieben seiner Bücher, darunter die Autobiografie "Aus meinem Leben" und das Sachbuch "Glaube, Wahrheit, Toleranz", befinden sich nun unter den ersten zehn.

"Harry Potter and the Half-Blood Prince", der sechste Band der Potter-Reihe, der am 16. Juli zunächst nur auf Englisch ausgeliefert wird, hatte nach Aussage einer Amazon-Sprecherin mit den Vorbestellungen seit Monaten die Liste angeführt und rangiert nun nur noch an fünfter Stelle. Zu den konkreten Verkaufszahlen der Ratzinger-Bücher äußerte sich Amazon bislang nicht.

In Tschechien hingegen wurden jetzt unchristliche Umtriebe aufgedeckt: Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Bandes "Harry Potter und der Feuerkelch" ist die dortige Polizei Buchfälschern auf der Spur.

Ein tschechischer Verlag habe vermutlich 10.000 Exemplare des fünften Potter-Romans in der gleichen Aufmachung wie die offizielle tschechische Lizenzausgabe nachgedruckt und heimlich verkauft. Dies berichtete heute die Zeitung "Pravo". Für weniger als einen Euro seien die Bücher sogar an Schulen verkauft worden. Der Betrug war aufgeflogen, als in einem Buchlager zahlreiche Exemplare der qualitativ minderwertigen Fälschung entdeckt worden waren.



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